Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort mit großem Kulturangebot

Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort : Das Schaufenster der Kulturregion Niederrhein

Die Landesgartenschau wird ihren Besuchern 2020 zahlreiche Kulturangebote machen. Das Konzept fußt auf drei Säulen: Es nimmt die niederrheinische Kulturregion ebenso in den Blick wie die ehrenamtlich gemachte Kultur. Dazu gesellen sich die Klanghelden, die fürs Showprogramm sorgen.

Musik, Tanz, Theater und Literatur: Wenn die Landesgartenschau am 17. April 2020 in Kamp-Lintfort öffnet, wird sie auch zum Schaufenster der professionell gemachten Kultur am Niederrhein. Insgesamt 30 Mal wird es sich für Künstler aus der Region öffnen. Möglich macht es eine Förderung aus der Regionalen Kulturpolitik in Höhe von 142.500 Euro.

Der Blick in die Region: Liedermacher Helmut Meier gastiert auf der Laga. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

„Die Landesgartenschau ist eine landesweite Veranstaltung. Sie bietet die Chance, die kulturelle Vielfalt von Kleve und Xanten bis Neuss, von Wesel und Duisburg bis Düsseldorf zu präsentieren“, erläutert Judith Dohmen-Mick, die in der Landesgartenschau-GmbH für das Marketing und die Ausstellungsorganisation zuständig ist. Sie plant zurzeit mit ihren Kollegen das Programm und sucht den Kontakt zu professionell arbeitenden Musikern, Theaterleuten und Literatur-Experten in der Region, um sie auf das Format „Schaufenster der Kulturregion Niederrhein“ aufmerksam zu machen.

Die Witches of Pitches machen mit. Foto: Ralph Braun

Der Verein Kulturraum Niederrhein, in dem die Stadt Kamp-Lintfort Mitglied ist, unterstützt das Vorhaben der Laga-GmbH. Er steht jedoch nicht nur beratend zur Seite, sondern wird sich auch mit einer eigenen Veranstaltung auf der Gartenschau einbringen. So wird das Eröffnungskonzert der Muziek Biennale Niederrhein in einem der beiden Parks am letzten August-Wochenende 2020 stattfinden. Die Finanzierung trägt der Kulturraum selbst. Als künstlerische Leiter wurden die Komponisten Gerhard Stäbler und Kunsu Shim gewonnen. Die beiden Künstler leben in Rheurdt. Die Muziek Biennale steht im Kontext des Beethoven-Jahres. Für das geplante Schaufenster-Format können Judith Dohmen-Mick und ihre Kollegen schon feste Zusagen vorweisen. An drei Terminen steigt das Kinderliederfestival des Duisburger Musikers Helmut Meier (1. Juni, 5. Juli und 12. Juli, jeweils um 15 Uhr). Engagiert ist auch das Jazzsextett Homebase aus Mönchengladbach um den Trompeter Markus Türk und den Posaunisten Hansjörg Fink. Die Jazz-Band gab 2017 im Süchtelner Weberhaus ihr Premierenkonzert. „Das Jazzsextett wird an vier Terminen zum Frühshoppen auf dem Gartenschau-Gelände spielen“, berichtet Judith Dohmen-Mick, Dipl.-Ingenieurin für Agrarwissenschaften. Die Termine sind bereits vorgemerkt: 21. und 31. Mai sowie 11. und 28. Juni. Thomas Hoeps aus Mönchengladbach wird für das Kultur-Schaufenster eine Lesereihe unter dem Titel „Nur die Harten in den Garten“ kuratieren. Hoeps ist Gründungsleiter des Kulturbüros in Mönchengladbach. Die Lesungen werden voraussichtlich immer donnerstags um 18 Uhr stattfinden. „Die Schaufenster-Veranstaltungen werden kostenfrei sein. Es muss nur der Eintritt zur Gartenschau bezahlt werden“, erklärt Imma Schmidt, Pressesprecherin der Landesgartenschau-GmbH. Das für die Laga entwickelte Format bietet auch Museen am Niederrhein die Möglichkeit zur Präsentation. Als Orte ausgeguckt sind die offene Orangerie im Terrassengarten des Klosters Kamp und der Vorplatz der Archäologischen Ausgrabung im Alten Garten. „Wir können es uns gut vorstellen, Museen einzuladen, die ebenso wie wir das Thema Landschaft haben“, erläutert Judith Dohmen-Mick und denkt beispielsweise an das Freilichtmuseum Grefrath und Schloss Moyland.

„Wir haben 15 Museen in der Region angesprochen und das Interesse abgefragt, sich auch mit eigenen Mitmachaktionen einzubringen. Das Ganze soll einen Messe-Charakter haben. Unser Ziel ist es, die Vielfalt unserer auch international gefragten Museumslandschaft abzubilden.“ Bleibt jetzt die Resonanz abzuwarten. Petra Niemöller, Leiterin des Kulturbüros in Kamp-Lintfort, zeigt sich optimistisch: „Das Museumsnetzwerk am Niederrhein funktioniert sehr gut.“ Nach der Sommerpause wird Judith Dohmen-Mick außerdem mit den Theatern am Niederrhein Kontakt aufnehmen, die Open-Air-Produktionen auf die Bühne bringen könnten. Gut vorstellen kann sie sich Hecken-Theater. „Der ganze Park kann zur Bühne werden. Wir werden uns allerdings am Ende für ein Theater entscheiden müssen, weil allein der Aufwand mit Auf- und Abbau sehr groß ist“, sagt die Organisatorin.

Der Chor „Sound & Soul“ aus Rheurdt gibt Konzerte. Foto: Christoph Reichwein (crei)
Der Moerser Heartchor ist ein Beispiel für die Chorvielfalt. Foto: Bernd Rous
Der  Da Capo Chor Borth-Wallach ist dabei. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Im Blick hat sie nicht zuletzt auch die Extraschicht 2020, die lange Nacht der Industriekultur, die seit 2001 die Metropole Ruhr in Szene setzt. Die nächste Extraschicht findet am 29. Juni 2020 statt.

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