Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort: Das grüne Klassenzimmer

Landesgartenschau 2020 : Ab nach draußen! Die Natur erforschen

Waldgeister finden, mit selbst gemachten Pflanzenfarben malen und erforschen, was im Kompost krabbelt: Vier Laga-Projektpartner stellen Experimente und Naturerlebnisse aus dem Grünen Klassenzimmer vor – zum Nachmachen.

Mehr als 25 Projektpartner der Landesgartenschau-GmbH beteiligen sich mit 102 Kursangeboten aus sieben verschiedenen Themengebieten 2020 im Grünen Klassenzimmer. Das Angebot richtet sich an Kita-Kinder und an Schüler aller Schulformen bis zur Klasse 13 und will die jungen Menschen in einem verantwortungsvollen Umgang mit der Welt und ihren Ressourcen schulen. Das Kursprogramm ist in einer Broschüre veröffentlicht (www.kamp-lintfort2020.de), die Kurse sind bereits buchbar: Auf dem „Lehrplan“ stehen im außerschulischen Unterricht die Fächer „Tiere und Pflanzen“, „Lebensräume“, „Ressourcen, Klima- und Umweltschutz“, „Gesellschaft und Soziales“, „Gartenbau- und Landwirtschaft“, „Natur und Technik“ sowie Kunst und Kultur“. Während der Landesgartenschau werden die Kurse dreimal am Tag angeboten: um 9.30 Uhr, 11.30 Uhr und 13.30 Uhr. Möglich wird das Grüne Klassenzimmer als außerschulischer Lernort durch eine Förderung der NRW-Stiftung Umwelt und Entwicklung. Das Gremium unterstützt die Umsetzung mit Fördermitteln in Höhe von 196.000 Euro. Projektpartner im Grünen Klassenzimmer sind beispielsweise der Bienenzuchtverein Vierquartieren, die Kamp-Lintforter Spiel- und Tieroase Kalisto, das „Eine Welt Netz NRW“, die Biologische Station Wesel, der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen, das Zentrum für nachwachsende Rohstoffe der Landwirtschaftskammer NRW, der Landesverband Rheinland der Gartenfreunde, die Landesvereinigung der Milchwirtschaft sowie Lions Club, Hochschule Rhein-Waal und ZDI-Zentrum im Verbund. Laut Laga-GmbH sind schon 50 Kurse gebucht. Damit die Wartezeit bis zur Landesgartenschau und zur Eröffnung des Grünes Klassenzimmers nicht zu lang wird, schlagen vier Projektpartner der Laga in der heutigen Ausgabe des Grafschafters spannende Experimente und Naturerlebnisse zum Ausprobieren und zum Nachmachen vor.

Lutz Hartmann von „Fair/rhein“, Verein zur Förderung des fairen Handel(n)s am Niederrhein, stellt den Weltgarten vor: „Im Weltgarten könnt Ihr entdecken, welche Wege es gibt, die Welt ein wenig klimafreundlicher, nachhaltiger und gerechter zu gestalten. Was ist der grüne Fußabdruck? Woher genau kommen unser Essen und Trinken? Was haben Orangenplantagen in Brasilien mit uns zu tun? Und was wollen die 17 weltweiten Nachhaltigkeitsziele verändern? Diese und viele weitere Fragen wollen wir mit Euch beantworten.“ An verschiedenen Stationen können Kinder und Jugendliche 2020 vieles ausprobieren und sich informieren.

Auf einem der blauen Hipporoller testen sie, wie Menschen im südlichen Afrika damit Wasser transportieren. Nebenbei erfahren sie, wie kostbar Wasser ist und welche Bedeutung es bei der Herstellung unserer Lebensmittel hat. Gärtnern ohne Garten – Urban Gardening, das geht im Weltgarten ebenso: Wie man auch auf kleinem Raum, auf der Fensterbank oder dem Balkon, ein paar frische Kräuter oder Gemüse pflanzen kann, wird man in den Hochbeeten sehen. Da gibt es Pflanzen, die nach Lakritz schmecken, und andere, die süße Blätter haben. Neben einer natürlichen Kräuter-Apotheke wachsen außerdem Pflanzen, aus denen man selbst Farben machen kann. Es gibt zum Beispiel Farben aus Rotkohl, Blaubeeren, Rosenblättern, Hibiskusblüten oder den gelben Stinkstudenten (Tagetes). „Nachdem Ihr im Weltgarten viel erlebt habt, könnt Ihr Euch auf die Holz-Kuh Fairona setzen und eine kleine Pause machen. Im Café gibt es übrigens auch Saft und Limonade, fair gehandelt. Selbstverständlich könnt Ihr auch erfahren, warum Kaffee, Tee, Schokolade oder Honig aus fairem Handel mehr zur Gerechtigkeit in der Welt beitragen als die meisten normalen Produkte im Einzelhandel.“

Der Verein „fair/rhein“ macht sich für den Fairen Handel stark. Was ist Fairer Handel? „Viele der Sachen, die wir in Deutschland benutzen, werden weit entfernt auf der ganzen Welt geerntet oder gebaut. Bis sie in den Geschäften bei uns landen, gehen sie durch viele Hände und werden dabei immer wieder verkauft und gekauft. Bei diesem weltweiten Handel läuft aber ganz schön viel schief“, so Hartmann. „Weltweit bekommen sehr viele Menschen für ihre schwere Arbeit in den Fabriken und auf Feldern nicht genügend Geld. Ihre Familien haben dann Probleme, ausreichend Essen zu kaufen oder für einen sicheren Wohnraum und die Schule zu bezahlen. Der Faire Handel möchte das ändern: Beim Verkauf der Waren werden gerechtere Preise bezahlt, die Menschen werden bei ihrer Arbeit geschützt und Kinderarbeit ist verboten.“

www.fair-rhein.de/weltgarten

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