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Läuferin aus Kamp-Lintfort nimmt an Marathon in China teil.

Von Kamp-Lintfort zum Marathon in China : Lintforterin läuft Marathon in China

Phoebe Indetzki nahm in China am „Great Wall Marathon“ teil. Die Strecke gilt als eine der schwierigsten der Welt. Sie erreichte das Ziel in einer Zeit von 5 Stunden und 38 Minuten. Ein großes Erlebnis für die Kamp-Lintforterin.

Der „Great Wall Marathon“ gilt als eine der schwierigsten Marathonstrecken der Welt. Mehr als 2000 Läufer aus rund 30 Nationen kommen jährlich nach China, um sich in der Provinz Tianjin den Herausforderungen des Parcours zu stellen. Der Marathon bietet drei Laufstrecken, einen Vollmarathon, einen Halbmarathon und einen sogenannten Erholungslauf. Für den Vollmarathon waren in diesem Jahr 697 Teilnehmer angemeldet, rund 70 davon aus Deutschland. Auch die Kamp-Lintforterin Phoebe Indetzki war nach China gereist, um die anspruchsvolle Strecke mit den 5164 Stufen auf der Chinesischen Mauer zu bewältigen, für die sie monatelang an der Himmelsleiter auf der Halde Norddeutschland trainiert hatte. Marathon zu laufen, war schon immer ein Traum der 48-Jährigen. „Mit 20 hatte ich Knieprobleme und musste das Laufen erstmal aufgeben, und dann kamen die Kinder und ich hatte keine Zeit zum Trainieren“, erzählt die sechsfache Mutter, die erst vor zweieinhalb Jahren mit dem Laufen wieder angefangen hat. In einer Fachzeitschrift las sie dann einen Bericht über den Great Wall Marathon. „Die Bilder waren so phantastisch“, schwärmt sie, „und ich war noch nie außerhalb von Europa. Also habe ich meinen Bruder gefragt, ob er mich begleiten würde, und er sagte sofort ja.“ In China lief alles nach Wunsch: Der Lauf war perfekt organisiert, das Wetter mit 20 Grad optimal, die Atmosphäre „unglaublich schön und gar nicht verbissen“. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einer Zeit von 5 Stunden und 38 Minuten erreichte Phoebe Indetzki Platz 197 in der Gesamtwertung, war 45. von 295 Läuferinnen und in ihrer Altersgruppe sogar auf Rang 6. „Ich freue mich sehr darüber“, strahlt sie. Stolz ist sie, dass sie selbst die berüchtigte „Goat Track“ geschafft hat, die etwa 750 Meter lang und 250 Meter hoch mit unebenen Treppenstufen die Mauer hinaufführt: „Dieser Abschnitt kam bei Kilometer 35. Es standen Sanitäter fast Seite an Seite an der Treppe, was auch nötig war. Ich war nicht die einzige, die da fürchterliche Wadenkrämpfe hatte. Zum Glück habe ich nur eine kurze Wadenmassage gebraucht und konnte dann weiterkriechen.“ Nach dem Lauf in China werden jetzt neue Ziele ins Auge gefasst: „2020 will ich mit meinem Bruder den Marathon in Edinburgh laufen, unserer Geburtsstadt. Das ist eine gute Strecke, leicht bergab, da kann ich vielleicht die Vier-Stunden-Marke knacken. Mal sehen!“