Kunstmarkt im Lehrhaus der Diakonie Kamp-Lintfort

Kunst in Kamp-Lintfort: Schönes, das aus dem Rahmen fällt

Zum siebten Mal stellt die Gruppe KunstRaum aus. Das Alte Pfarrhaus neben der Christuskirche ist Ort der Begegnung. Der Kunstmarkt bietet Malerei, Objekte, Holzskulpturen und mehr.

Am Samstag, 10. November, eröffnen die beiden Künstlerinnen Heike Wirtz und Barbara Ziebuhr im Alten Pfarrhaus neben der Christuskirche den beliebten Kunstmarkt. Bereits zum sechsten Mal ist das traditionsreiche Gebäude in Kamp-Lintfort für zwei Tage der Treffpunkt von Kunstliebhabern und Kunstschaffenden. Die Premiere erlebte der Kunstmarkt auf dem Kamper Berg, in der Alten Schmiede. In diesem Jahr stellen Babette Hintz und Anja Wotjas als Gastkünstlerinnen ihre Arbeiten mit aus. Andrea Much und Anne Schary mischen nämlich diesmal nicht mit. „Uns wurde frühzeitig ein Umbau des Alten Pfarrhauses angekündigt, der sich jedoch verschob. Beide Künstlerinnen hatten sich daher terminlich bereits anders orientiert“, erzählt Barbara Ziebuhr.

Um so passender der Name der Ausstellung: „Kunst, die aus dem Rahmen fällt“. Verschiedene Gedanken wurden damit verarbeitet. „Unsere Konstellation ist neu. Wir sind keine Laienkünstlerinnen, sondern freischaffend“, erläutert Ziebuhr. Bereits im Sommer kamen erste Terminnachfragen, die verdeutlichten, welch rasantes Besucherinteresse sich entwickelt hat.

Gastkünstlerin Anke Wojtas kommt aus Mönchengladbach, ist in dritter Generation Holzbildhauerin. Ihre Exponate entlocken dem Betrachter ein Schmunzeln. Kleine Holzfiguren auf dem groben Holzklotz offenbaren sich beim Schwimmen oder Saunagang. Andere Holzarbeiten gehen mit Tannenbaummotiv in die vorweihnachtliche Zeit. Ihr Arbeitsmotto „sauber geschnitzt und nicht geschmirgelt“ hat James-Bond-Charme. Nahtlos reihen sich ihre Arbeiten an die von Barbara Ziebuhr ein. Sie nennt sich selbst „Bläuling“. Die Farbe Blau, mit ihren grün-blauen Nuancen, ist ihr Favorit. In diesem Jahr erstmals begleitet von einem Gelbton. „Ich erlebe Veränderungen“, freut sie sich. Neben den Leinwandarbeiten findet der Gast kleinere Arbeiten, wie den Zaunkönig samt Sinnspruch, verewigt auf einem steingroßen flachen Wachsstück.

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Beate Hintz kommt aus der Nähe von Aurich und ist in der klassischen Ölmalerei zuhause. Für den Kunstmarkt hat sie sich mit einem Teil ihrer Collagen einem brandaktuellen Thema gewidmet. In Schaukästen, die man früher auch für Schmetterlingssammlungen nutzte, gibt sie der Müllproblematik Raum. Aus Schokoladenpapier hat sie Schmetterlinge gearbeitet, hat totem Material neues Leben gegeben. „Eine Art Recycling mit ernsthaftem Hintergrund. Ich erinnere an das Insektensterben“, so Hintz.

Heike Wirtz aus Kamp-Lintfort hat sich mit ihren Arbeiten auf die Reduktion eingelassen. Objekte erkennt der Betrachter wie durch eine Regen verhangene Scheibe. Welten hinter Glas, so der Sessel als Lieblingsplatz, oder aber zwei Gestalten, die mit ihren Schirmen gegen heftigen Regen ankämpfen. Das Spiel von Wassertropfen ist dabei das Gestaltungsmittel von Heike Wirtz. Wie auch ihre Mitausstellerinnen bietet sie kleine Kunstobjekte an, so die Kladde mit Kunstmotiv oder ihren Kalender, der bei keiner Ausstellung fehlen darf.

Zum zweiten Mal sind Arbeiten aller vier Künstlerinnen auch in der erste Etage ausgestellt. Der Kunstmarkt beginnt am Samstag um 10 Uhr. Sonntag, 11. November, ist ebenfalls von 10 bis 18 Uhr geöffnet – altes Pfarrhaus in Kamp-Lintfort (Lehrhaus der Diakonie) neben der Christuskirche, Eingang Friedrich-Heinrich-Allee 20.

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