Stephanswäldchen in Kamp-Lintfort Kultursommer: Alles anders als geplant

Kamp-Lintfort · Im Kamp-Lintforter im Stephanswäldchen wurde am Wochenende unter freiem Himmel musiziert – unter Corona-Bedingungen. Die Moerser Band „Rockameier“ sprang für erkrankte Kollegen ein.

 Kultursommer im Kamp-Lintforter Stephanswäldchen.

Kultursommer im Kamp-Lintforter Stephanswäldchen.

Foto: Norbert Prümen

Alle hatten es gehofft, und es hat tatsächlich geklappt. Trotz Corona gibt es auch in diesem Jahr wieder einen Kamp-Lintforter Kultursommer. Nach einem gelungenen Jazz-Auftakt am vergangenen Sonntag auf dem Kamper Abteiplatz, setzte die Moerser Band „Rockameier“ die beliebte Veranstaltungsreihe an diesem Samstag mit einer fröhlichen Mischung aus Rock, Pop, Blues und Rockabilly im Stephanswäldchen fort.

Ursprünglich war für diesen Abend die dreiköpfige Gruppe „Die Leute gucken schon“ angekündigt gewesen, doch die hatten wegen eines Krankheitsfalls abgesagt, so dass die „Rockameiers kurzfristig einsprangen. Doch auch die waren mit den beiden Gitarristen Lennart Hanebeck und Patrick Schneider sowie Johannes Schwarzmann am Bass nicht ganz vollständig. Es fehlte Schlagzeuger Oliver Czarnecki. Er war ebenfalls krank. Das war jedoch nicht die einzige Änderung an diesem Abend.

Um auch ganz sicher die offiziellen Corona-Schutzbestimmungen einzuhalten, hatte die verantwortliche Duisburger Veranstaltungs- und Musikagentur „Kanon“ das Stephanswäldchen am Samstag mit zahlreichen, exakt auf Abstand gehaltenen Bierzeltbänken ausgestattet und den üblichen Getränke- und Currywurst-Stand etwas weiter weg als sonst aufgestellt. „Ich hoffe, Sie finden es trotzdem gemütlich“, begrüßte „Kanon“-Chef Norbert Knabben das Publikum zu Beginn, bevor er den drei Moerser Musikern die restliche Gestaltung des Abends überließ.

Und das machten sie für die nächsten zweieinhalb Stunden richtig gut. Beginnend mit Reinhard Meys „Über den Wolken“, brachten sie vor allem selbst komponierte und getextete Songs zu Gehör. So zum Beispiel über kochfaule, aber wunderschöne Freundinnen, trendbewusste Hipster, das schwere Leben von 16-Jährigen und die Rechte der Rock-Musik: „Wir treten für das Recht auf gute Musik an und werden den Rock wieder befreien.“

Dazwischen gab es dann aber auch immer wieder fetzige Coverversionen wie John Denvers „Country Road“, Chuck Berrys „Johnny B. Good“ oder „Verdammt, ich lieb dich“ von Matthias Reim. Dem Publikum gefiel’s. Für einen ihrer bekannten eigenen Hits, einen Song über einen kriminellen, Zigarre rauchenden und mit Rauschgift dealenden Papagei, gesellte sich sogar ein Besucher spontan zu den Musikern ans Mikrofon. Und zum Schluss gab es als Zugabe schließlich noch eine tolle rockige Version des 1968er Hits „Back in the USSR“ der Beatles.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen des diesjährigen Kamp-Lintforter Kulturfrühlings findet am Sonntag, 2. August, ab 18 Uhr auf dem Kamper Abteilplatz statt. Dann stehen dort unter dem Titel „Summertime“ beliebte Melodien aus Oper, Operette, Musical und Chanson auf dem Programm.

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