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Kamp-Lintfort: Künstlerin inszeniert sich als märchenhaftes Fantasiewesen

Kamp-Lintfort : Künstlerin inszeniert sich als märchenhaftes Fantasiewesen

Bis zum 21. April stellt Mara Dahmen Fotografien aus, die sie als Göttin, Prinzessin oder Schöne an besonderen Orten zeigen.

Auf dem Wasser eines Sees im Essener Gruga-Park schwebt sie in gelbem Gewand, ein bisschen wie die Venus von Botticelli - nur bekleidet. Die zentrale Treppenanlage im Kamper Terrassengarten läuft sie mit einem hellen Tüllkleid empor, ein bisschen wie Cinderella aus dem gleichnamigen Zeichentrickfilm von Walt Disney. In der barocken Bibliothek des Klosters Schussenried bei Ulm steht sie mit goldenem Gewand, ein bisschen wie Belle aus dem Musical "Die Schöne und das Biest". "Ich inszeniere mich auf diesen Porträts selbst", erzählt die 25-jährige Kamp-Lintforterin. "Ich bin romantisch und lese gerne Fantasygeschichten."

Zwölf dieser selbstinszenierten Porträts sind bis Freitag nach Ostern unter dem Titel Fantasiewelten in der Mediathek zu sehen. Als die Künstlerin das Gymnasium in Kamp-Lintfort besuchte, lernte sie im Kunstkurs die inszenierte Porträtfotografie kennen, die von Cindy Scherman populär gemacht wurde. Wie die Amerikanerin, die Anfang 1954 geboren wurde, wählt Mara Dahmen oft bekannte Orte als Hintergrund aus, seien es nun Seen, Parks oder Gebäude. Anders als bei Scherman haben Dahmens Selbstinszenierungen aber keinen gesellschaftskritischen Hintergrund. Sie sollen einfach nur schön, märchenhaft und mystisch sein. Wie ihr erstes inszeniertes Porträt. Auf diesem ließ sie sich als Gymnasiastin wie Audrey Hepburn im Film "Breakfast at Tiffany's" ablichten. "Fanatsiewelten zu schaffen, ist ein kreativer Ausgleich zu meinem Beruf", erzählt die Junior-Marketing-Managerin der LED Linear Beleuchtungssysteme GmbH in Neukirchen-Vluyn.

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"Seit über zwei Jahren stehe ich regelmäßig vor der Kamera. Ich komme in ganz Deutschland herum. Ich lerne die Szene mit ihren Fotografen kennen." Um sich zu inszenieren, investiert die studierte Marketingfrau, die an ihrem Magisterabschluss an der Hochschule Mülheim arbeitet, Geld und Zeit. "Ich suche besondere Orte aus", berichtet sie. "Ich leihe mir Kostüme aus oder klebe Kleider mit einer Heißklebepistole zusammen." Bevor ein Foto geschossen wird, schminkt sie sich oder lässt sich von einer Visagistin verschönern. "Das kann eineinhalb Stunden dauern", erzählt Katja Neumann (25) aus Gelsenkirchen, mit der sie als Fotografin gerne zusammenarbeitet.

Interessierte können die Fotografien kaufen, die bis zum 21. April in der Mediathek zu sehen sind. Entweder geben sie ein Gebot in der Mediathek ab oder per E-Mail an mara.dahmen@gmx.de. Am 7. Mai endet das Bieterverfahren. Der Erlös geht an die Tierherberge Kamp-Lintfort.

(got)