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Künstlerin erforscht in Kamp-Lintfort die Farbwelten.  

Kultur in Kamp-Lintfort : Künstlerin erforscht die Farbwelten

Die Galerie Schürmann stellt ab Freitag die Arbeiten von Susanne Stähli aus Witten aus: „Rising Colour“ lautet der Titel. Eröffnung ist um 19 Uhr.

Susanne Stähli erforscht die Farben: ihre Wechselwirkung mit Licht und Schatten, ihre Verdichtung auf der Leinwand, ihre Lebendigkeit fern ab der monochromen Malerei. So entstehen in ihrem Atelier mitreißende Farbwelten, die zuweilen auch das Auge herausfordern – aufgrund ihrer Tiefe, Dominanz und Ausdruckskraft. Eine Auswahl ihrer Arbeiten stellt die Künstlerin ab Freitag, 22. März, im Kunstschaufenster der Galerie Schürmann an der Moerser Straße 252 in Kamp-Lintfort unter dem Titel „Rising Colour“ aus. „Mich haben ihre gewaltigen Farbflächen fasziniert“, sagt Andreas Verfürth, Inhaber der Kamp-Lintforter Galerie.

„Und ich hatte einfach Lust auf Farbe.“ Das ist für den Galeristen, der vorzugsweise farb-reduzierte Werke in seinen Räumen zeigt, allerdings ungewöhnlich. Auf das Werk von Susanne Stähli wurde er durch einen befreundeten Galeristen aufmerksam. „Wir stehen schon seit Jahren miteinander im Kontakt“, erzählt Andreas Verfürth. Nun ist es zur ersten Zusammenarbeit und gemeinsamen Ausstellung mit Stähli gekommen. Die Präsentation spannt einen Bogen von älteren zu neuen Bildern. „Ich möchte gerne eine Entwicklung aufzeigen“, sagt die Künstlerin, die einen Lehrauftrag an der Uni Witten/Herdecke hat. „Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Farbe, früher waren die Bilder jedoch grafisch beeinflusst.“ Auf dem ersten flüchtigen Blick wirken die Arbeiten in Acryl und Öl monochrom. Tatsächlich sind sie jedoch weitaus vielschichtiger, als mit dem bloßen Auge sofort wahrzunehmen ist. „Jedes Bild besteht aus mehreren Schichten unterschiedlicher Farbzusammensetzungen“, erläutert Susanne Stähli, die ursprünglich aus München stammt und in Ottersberg ein Studium der Malerei an der Fachhochschule für Kunst und Kunsttherapie absolviert hatte. An der Kopfwand der Galerie hängt ein großformatiges Bild in Orange. Es setzt sich in Wirklichkeit jedoch aus Orange-, Rot- und Gelbtönen zusammen. „Die Bilder gewinnen durch diese Schichten an Intensität. Die endgültige Farbe entwickelt sich im Prozess“, sagt die Künstlerin.

Ihr geht es nicht darum, mit der Farbe ihre persönliche Emotion auszudrücken. „Mich interessieren Rot und Blau, egal wie es mir jeweils geht“, betont Stähli, die irgendwann Acryl gegen Ölfarbe getauscht hat, um mehr Stofflichkeit in ihren Arbeiten zu erreichen und zu vermitteln. Sie nutzt metallische Pigmente, die je nach Licht die Bilder anders wirken lassen. Die Wechselwirkung mit dem Tageslicht ist Susanne Stähli besonders wichtig. „Es sorgt je nach Witterung immer wieder für Veränderungen.“ Insgesamt 15 Arbeiten hat die Künstlerin nach Kamp-Lintfort mitgebracht. Die Einführung ins Werk übernimmt am Freitag, 22. März, 19 Uhr, Christine Vogt, Direktorin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen.