Kreisverkehr in Kamp-Lintfort ist Unfallschwerpunkt.

Kamp-Lintfort : Polizei kontrolliert den Kreisverkehr

In Lintfort gibt es vier Unfallschwerpunkte. Durch Kontrollen soll der Kreisverkehr am Alten Rathaus sicherer werden. Die anderen werden baulich entschärft.

In den Jahren 2016 und 2017 hatte Kamp-Lintfort vier Unfallschwerpunkte. Es waren drei Kreuzungen: die von Nordtangente und Rheinstraße/K 33, die von B 510 und Mittelstraße sowie die von B 510 und Feldstraße nahe dem Dachsberg. Dazu kam der Kreisverkehr am Alten Rathaus. Land, Kreis und Stadt sowie Polizei haben Maßnahmen ergriffen, um diese neuralgischen Punkte sicherer zu machen. „Ein Unfallschwerpunkt, genauer gesagt ein Unfallshäufungspunkt, ist eine kurze Strecke, in dem in einem Jahr drei und mehr Unfälle eines Unfalltyps passieren“, definiert Ralf Awater, Sachbearbeiter der Führungsstelle Verkehr der Kreispolizei Wesel. „Ein Unfalltyp kann zum Beispiel die missachtete Vorfahrt sein, ein anderer das Auffahren. In die Zählung gehen nur schwere Unfälle ein, aber keine leichten Blechschäden. Sonst wäre jeder Parkplatz an einem Discounter Unfallschwerpunkt.“ Dabei würden Unfälle mit Verletzten oder mit größeren Sachschäden, bei denen ein Abschleppwagen zu kommen habe, als schwer zählen.

Wenn die Unfallschwerpunkte bekannt sind, trifft sich vor Ort eine Unfallkommission, die im Regelfall aus zwei Polizisten der Kreispolizeibehörde, einem Vertreter des Kreises, zwei Vertretern der Stadt und zwei Vertretern des Straßenbaulastträgers besteht, also des Landesbetriebes Straßen NRW, des Kreises oder der Stadt. Dort überlegen sie, wie sie die Punkte entschärfen können. „An der Nordtangente wurden die Einmündungen der Rheinstraße und der K 33 verjüngt“, berichtet Awater. „So können nicht mehr drei Autofahrer gleichzeitig an der Kreuzung stehen, die sich gegenseitig den Blick versperren, wenn sie nach links, geradeaus oder rechts fahren wollen. Das Stoppschild muss hier noch versetzt werden.“

Auch an der Mittelstraße wurde die Einmündung verjüngt, was zu längeren Wartezeiten und damit zum Unmut der Autofahrer führt (RP berichtete). An der Kreuzung der Feldstraße und der B 510 waren die Einmündungen bereits verjüngt. Dort setzte der Landesbetrieb Straßen Nordrhein-Westfalen durch, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße von 50 auf 70 Kilometern pro Stunde zu erhöhen. „Auf Bundestraßen ist es üblich, die Geschwindigkeit an Kreuzungen auf 70 zu reduzieren“, erläutert Awater. „50 werden von vielen Autofahrern nicht akzeptiert, die dann mit 70 oder 80 über die Kreuzung fahren.“ Das führe zu gefährlichen Situationen, wenn Autofahrer auf der Feldstraße davon ausgingen, auf der Bundestraße seien die Autofahrer nur mit 50 unterwegs.

Am Kreisverkehr am Alten Rathaus kommt es immer wieder zu Vorfahrtsunfällen, an denen Autofahrer und Radfahrer beteiligt sind. „Radfahrer benutzen den Radweg manchmal entgegen der Fahrtrichtung, um abzukürzen“, weiß Thomas Deselaers als Leiter der Kamp-Lintforter Polizeidienststelle zu berichten. „Wenn das Autofahrer das nicht sehen, entstehen gefährliche Situationen.“ Gleichzeitig würden Autofahrer nicht selten erst kurz vor der Einfahrt in den Innenkreis des Kreisverkehrs anhalten, nachdem sie den rot asphaltierten Radfahrerweg passiert hätten, vor dem sie zu halten gehabt hätten, wenn darauf Radfahrer unterwegs seien. Bei neuen Kreisverkehren würden Auto- und Radverkehr im Innenkreis auf einer Ebene geführt werden. Dabei seien Radfahrer auf einer roten Fahrradfurt unterwegs. Baulich lasse sich der Kreisverkehr aber nur mit erheblichem Aufwand umgestalten. So nimmt die Polizei den Kreisverkehr am Alten Rathaus stärker ins Visier. „Wir kontrollieren regelmäßig“, sagt Thomas Deselaers. „Zur Kontrolle kommt die Sanktionierung. Trotzdem hat es in diesem Jahr schon wieder zwei schwere Unfälle im Kreisverkehr gegeben.“