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Kloster Kamp in Kamp-Lintfort: Besuch in einem Weinberg des Herrn

Kleinod in Kamp-Lintfort : Kloster Kamp: Besuch in einem Weinberg des Herrn

Zum Abschluss seiner jährlichen Sommertour lud der Landtagsabgeordnete René Schneider zum Streifzug durch den Kamper Weinberg am Osthang des Abteibergs ein.

René Schneider ist mal wieder in seinem Wahlkreis unterwegs gewesen. Seine diesjährige Sommertour führte ihn zu sechs ganz unterschiedlichen Unternehmen und Einrichtungen. Bereits zum neunten Mal schaute der SPD-Landtagsabgeordnete sich im Kreis Wesel um und hörte zu, was die Menschen so bewegt. Unter dem Motto „Boden gut machen“ ergründete Schneider unter anderem die Ausgrabungen am Archäologischen Park Xanten und die Ackerfrüchte am Paschenhof in Neukirchen-Vluyn. Passend dazu hatte er am Samstag zu einer besonderen Abschlussveranstaltung in seiner Heimatstadt eingeladen: Es ging in den Kamper Weinberg.

Mit von der Partie waren zehn Bürger, die aus 30 Anmeldungen ausgelost worden waren. Karl van de Kamp hieß die kleine Gesellschaft unterhalb der Klostermauern willkommen und führte sie durch ein geheimnisvolles Tor und einen kleinen Apfelbongert zu dem sonnenbestrahlten Hang. Vor 1000 Jahren sei dieser von den Zisterzienser-Mönchen angelegt worden, erzählte van de Kamp.

Die Besucher erfuhren, dass dort Speisetrauben der Sorte „Bianka“ wachsen, die, anders als die Weintrauben, eine weiche Schale und viel Fruchtfleisch haben. Aber auch Sorten wie „Regent“ und „Muscat“ werden dort angebaut, aus denen die Ehrenamtler um Karl van de Kamp im kleinen Stil Wein keltern.

Ein Team von sechs Ehrenamtlern hegt und pflegt den Weinberg. Bei den heißen Temperaturen bedeutet das, schon morgens um sechs Uhr mit dem Gießen zu beginnen. Unkraut muss entfernt und mit Backpulver und Rohmilch der Mehltau auf biologische Art bekämpft werden. Interessant war für die Besucher auch das, was um die 48 Reihen Weinreben herum zu entdecken war: Stockrosen, Königskerzen und andere Wildblumen, an denen sich Bienen laben können. Auch einige Tomaten- und Kürbispflanzen profitieren von der geschützten Hanglage. Die leeren Schneckenhäuser stammen von Weinbergschnecken. Laut van de Kamp seien dies Nachfahren der Tiere, die im Mittelalter dort gezüchtet und verspeist wurden.

Der Kamp-Lintforter, der 35 Jahre lang als Kaufmann im Weinbau tätig war, wusste viel Interessantes zu berichten und würzte seine Beschreibungen mit persönlichen Anekdoten. „Herrlich! Ich könnte stundenlang zuhören“, sagte Wolfgang Kruse. „Ein kleines, verstecktes Paradies“, meinte seine Frau Carola. Von der großen Hitze ließen sich die beiden nicht abschrecken, sondern genossen den Ausflug in einen Teil der eigenen Heimat, den man sonst nicht so einfach zu sehen kriegt.

Seit 2015 wird der kleine Weinberg am Osthang des Abteiberges wieder gepflegt. Die ehrenamtlichen Helfer gehören zum Geistlichen und Kulturellen Zentrum. Im Rahmen der LaGa veranstalten sie Führungen. Die nächste findet am 15. August um 11 Uhr statt.