„Klassik pur“: Musikschüler aus Kamp-Lintfort lernen konzertieren

Konzertreihe in Kamp-Lintfort : „Klassik pur“: Musikschüler lernen konzertieren

Immer rechtzeitig zur Jahreswende kommt „Klassik pur“ auf den Plan. Dann könnten Kinder und Jugendliche meist zum ersten Mal vor Publikum auftreten.

Sie hat Tradition, die Konzertreihe „Klassik pur“ der Musikschule Kamp-Lintfort – egal, ob sie am Freitagabend im Rokokosaal auf Kloster Kamp nun zum 28. oder doch schon 29. Mal stattgefunden hat. Denn das exakte Jahr der Erstveranstaltung, ob 1991 oder 1992, konnte weder der Leiter der Musikschule, Martin Begall, noch die Lehrkraft, Heike Richter, die seit Jahren für die Organisation von „Klassik pur“ verantwortlich ist, zweifelsfrei benennen.

Das, was die Reihe seit Jahren ausmacht, sind einzig und allein die Auftritte der Musikschüler, teils in Begleitung der dazugehörigen Dozenten, darunter Sigrun Stephan (Klavier), Detlev Bruß (Violine) und Sabine Nitsch (Blockflöte), teils aber auch alleine wie zum Beispiel bei Kolja Meschendörfer (Klavier), Valerio Pannozzo (Querflöte), Sophie Prechel (Klavier) und Miriam Oecklinghaus (Klavier).

So war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und auch die rund 20 jungen Musiker der Musikschule waren bis auf eine Teilnehmerin vollzählig angetreten. Zusammen boten sie einen „abwechslungsreichen Abend rund um die Klassik“, wie Begall formulierte. Und in der Tat reichte das Spektrum der Kompositionen von Alter Musik über die Klassik und Romantik bis zur Neuen Musik – darunter allerdings auch ein Werk, das sich nur klassisch anhörte: nämlich die Erkennungsmelodie der Fernsehserie „Game of Thrones“.

Ansonsten wurde Händel, Debussy, Mendelssohn-Bartholdy, Mozart, Vivaldi, Bach, Bartok und Brahms konzertiert, aber auch ein sehr kurzer Kabalewski (Jorna Dehnen am Klavier mit „Clowns“) und ein in Tremolo zu spielender Tárrega (Rojda Kizildag an der Gitarre mit „Recuerdos de la Alhambra“). Manch Schüler hatte gar zwei Auftritte, so Max Weber an der Violine, wobei sein „Ungarischer Tanz Nr. 5 für Violine und Klavier“ von Johannes Brahms besonders nachhaltig in Erinnerung blieb.

Immer rechtzeitig zur Jahreswende, sagte Begall, käme „Klassik pur“ auf den Plan. Dann könnten die Kinder und Jugendlichen meist zum ersten Mal vor Publikum auftreten. Dort sei vieles aber anders als im gewohnten Unterricht: So gebe es keinen Applaus, auch würde man sich nicht verbeugen müssen oder seinen Auftritt verpassen. Dass Musizieren im öffentlichen Raum Einfluss auf die Einstellung des Spielers zur Musik hat, stellten Katharina Jäger (Akkordeon) und Jan Christopher Heßling (Gitarre) dann in ihren Musikvorträgen am Ende des Konzertabends anschaulich unter Beweis. Darin zeigten sie was den Unterschied ausmacht, Musik nach Noten zu spielen oder zu konzertieren.