Kita in ehemaliger katholischen Kirche Kamp-Lintfort

Kitas in Kamp-Lintfort : Die Kita in der St.- Marien-Kirche

55 Mädchen und Jungen verbringen ihre Kindergarten-Zeit an einem besonderen Ort. Das Haus ist ein umgebautes Gotteshaus.

Die „Kita in der Kirche“ heißt es einfach nur, wenn es um das Kinderparadies in der Kita St. Marien an der Kattenstraße geht. Gerade wurde sie als „Nachhaltige Kita“ ausgezeichnet. Die Einrichtung ist auch Familienzentrum und gehört in das Verbundsystem der Kirchengemeinde St. Josef. Manuela Kempkes heißt die Leiterin, die sich um Kinder und Erwachsene kümmert. „Haben Sie mal ‘ne Minute“, heißt es dann, wenn Erwachsene ihren Rat suchen. Entsprechend vielfältig ist das Angebot im Familienzentrum, beispielsweise bei Erziehungsfragen oder aber, wenn es um Weiterbildungsmaßnahmen für junge Mütter geht.

„Mit unserem Beratungsangebot erleben wir eine hohe Zufriedenheit, weil wir nach Lösungen suchen“, sagt Manuela Kempkes. Jede der fünf katholischen Kitas grenzt sich durch einen eigenen pädagogischen Schwerpunkt ab. Der Leitsatz heißt nicht von ungefähr „Familie schaffen wir gemeinsam.“ Als sich 2015 das ehemalige Kirchengebäude in eine quirlige multikulturelle Kindertagesstätte verwandelte, standen die Zeichen schnell auf Erfolg. Ein Münsteraner Architekt schuf einen hellen fröhlichen Ort, der umgehend von Kindergarteneltern wie auch der Bevölkerung „geentert“ wurde. Sie sind teil des Konzeptes. „Wir erleben Eltern und Großeltern, die durch Familienfeste wie Taufe, Hochzeit oder Beerdigung in der Vergangenheit einen besonderen Bezug zum Gebäude haben. An dem Ort, an dem viele Nationalitäten zusammen kommen, feiern wir gemeinsam alle Feste. Die Kinder nehmen das Internationale als Bereicherung wahr und erfahren früh vielfältige Begegnungen“, sagt Manuela Kempkes.

Offenheit und Teilhabe gehören zu den pädagogischen Zielen. Beratung und Unterstützung haben Vorfahrt. 55 Kindergartenplätze, davon 17 für unter Dreijährige sowie vier Plätze für Kinder mit Förderbedarf stehen für 35 oder 45 Stunden pro Woche zur Verfügung. Die intergenerative Arbeit macht den Kindergartenalltag unter dem Motto „Alt trifft Jung“ reich. Beide Seite profitieren und erfüllen den ehemaligen Gottesdienstort mit Leben. „Unsere Kinder haben oft keine Großeltern. Durch den Austausch erfahren die Kinder aus dem reichen Erfahrungsschatz der älteren Menschen. Die wiederum freuen sich auf die Kinder“, sagt Kempkes, die von den sogenannten Zeitspendern spricht, die auch mit den Kindern lesen, die Sprachkompetenz fördern.

Ein Forscherraum steht zur Verfügung. Gemeinsam wird im Garten ein Hochbeet konstruiert und gebaut, um später Obst und Gemüse zu ernten. Lebensmittel wie Erdbeeren, Kartoffeln oder Möhren liefern Wissenswertes zur Ernährung. Mit ins Programm gehört daher die Bewegung. Die Sommerolympiade krönt die Freude an der Bewegung. Kooperationen mit dem Lions Club und der DLRG ermöglichen den größeren Kindern im Oktober, an einem Schwimmkurs teilzunehmen. Engagierte Omas und Kindergartenmütter stehen in der Kinder-Koch-Schule im Dienst der Generationenbrücke. „Leckerschmecker im Waffelteig“ heißt es im Oktober, nachdem die Kinder das Thema Korn erarbeitet haben. Feste Rituale bestimmen den Tagesablauf ebenso wie saisonale Themen.

Familienzentrum St. Josef, Kita St. Marien, Kattenstraße 186,