Kamp-Lintfort: Kirchengemeinden sprechen über Flüchtlingsprojekte

Kamp-Lintfort: Kirchengemeinden sprechen über Flüchtlingsprojekte

Es gibt umfangreiche Hilfen und Projekte für Flüchtlinge im Kirchenkreis Moers. Organisiert werden sie von den 28 evangelischen Kirchengemeinden zwischen Alpen und Friemersheim, der Grafschafter Diakonie - Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers und der Erwachsenenbildung im Neuen Evangelischen Forum Kirchenkreis Moers.

Gemeindevertreter trafen sich jetzt im Kamp-Lintforter Lutherhaus, um sich über ihre Projekte auszutauschen. Außerdem ging es darum, sich über aktuelle Entwicklungen und politische Einschätzungen der Flüchtlingspolitik in Deutschland sowie über die rechtlichen Regelungen des Kirchenasyls zu informieren.

Mitarbeiter aus Baerl etwa berichteten über Hausaufgabenhilfe, Sachspenden, Nachbarschaftsfeste, Frauengruppen, die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Duisburg. Am Tisch der Freiwilligenzentrale Moers konnten Interessierte erfahren, wie sie Kontakte knüpfen können, um gezielt ehrenamtliche Hilfe zu gewinnen. Von der Diakoniedienststelle in Neukirchen-Vluyn wurde über die Koordination, Beratung und Begleitung der Flüchtlingsarbeit berichtet. Das Neue Evangelische Forum stellte Angebote vor für Flüchtlinge, die Deutsch lernen wollen, aber auch für Einheimische, die Deutsch unterrichten möchten.

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In einem Vortrag warf Gerhard Greiner, ehemals Flüchtlingspfarrer in Dinslaken und 23 Jahre lang in der Flüchtlingsberatung tätig, einen Blick auf die deutsche Flüchtlingspolitik. Rechtsanwalt Michael Gödde erklärte, dass Kirchenasyl keinen Bruch des Rechtsstaates bedeutet. Es soll bewirken, dass eine behördliche Entscheidung, die nach Einschätzung eines Presbyteriums, des Leitungsorgan einer evangelischen Kirchengemeinde, nicht korrekt ist, neu verhandelt wird. In den meisten Fällen sei in den letzten Jahren das Kirchenasyl aus gutem Grund gewährt worden, denn die Flüchtlinge hätten bleiben dürfen. Es wurde kritisiert, dass Abschiebungen nicht mehr angekündigt werden sollen. Denn damit werde Gemeinden die Möglichkeit genommen, Kirchenasyl zu gewähren.

(RP)