Kamp-Lintfort : Kino in Ka-Li

Die ersten beiden Kinosessel stehen bereits schwarz-glänzend in der „Hall of Fame“ – aber nur zur Anschauung. Bis das seit langem geplante Kino am Kreisel Moerser- und Ringstraße tatsächlich eröffnet, dauert es noch einige Monate.

Es fehlt das Dach, es müssen noch etliche Kabel verlegt und die sieben Säle mit insgesamt 750 Sitzplätzen eingerichtet werden. Das Betreiber-Ehepaar Anja und Meinolf Thies war jedoch schon beim Innenausstatter und wählten das Interieur aus. „Das Ding wird ein Schmuckstück“, versprach das Ehepaar, das gestern Mitglieder der SPD-Fraktion in Kamp-Lintfort über die Baustelle führte. „Man sieht jetzt wie der Bau wächst.“ Ein konkretes Eröffnungsdatum wollten die Betreiber gestern nicht preisgeben. Durch die aktuell gute Baukonjunktur seien Bauherren dieser Tage eher fremdbestimmt. „Wenn plötzlich Steine eines speziellen Maßes benötigt werden und diese ausverkauft sind, wirft einen das zurück“, erläutete Meinolf Thies den Politikern.

Er peilt den Kinostart aber noch in diesem Jahr an. „Zwischen dem 1. November und dem 22. Dezember.“ Auf der Baustelle kann man es sich mit ein wenig Fantasie schon gut vorstellen, wie es in der „Hall auf Fame“, so der Name des Kinos, künftig ausstehen wird. Das großzügige Foyer im neuen Lichtspielhaus hat eine Deckenhöhe bis zu acht Metern. Den Eingangsbereich wollen die Betreiber künftig auch für größere Events und Veranstaltungen genutzt werden. So ist die Eingangstür beispielsweise so breit geplant, dass später auch ein Auto ins Innere fahren könnte. „Wir stehen im Kontakt mit der Hochschule Rhein-Waal – für den Fall, dass es dort mal zu Kapazitätsengpässen kommt. In Essen nutzt die Uni regelmäßig Kinosäle für Vorlesungen.“ Rechts vom Eingang haben Anja und Meinolf Thies eine Verkaufstheke geplant, wo die Kinobesucher künftig Popcorn und Eis kaufen können. Die Kino-Kassen befinden sich an der Kopfwand. „Bei uns wird nicht alles automatisiert sein. Denn Kino wird von Menschen für Menschen gemacht“, sagt Thies. 35 Mitarbeiter sollen eingestellt werden, die „Hall of Fame“ hat bereits einen Theaterleiter. Der größte der sieben Kinosäle wird 205 Zuschauern Platz bieten, der kleinste 80. Dabei hat das Betreiber-Paar nicht nur die Kamp-Lintforter als Besucher im Blick. „Wir rechnen auch aus Duisburg, Moers, Xanten, Alpen und Rheinberg mit Kunden“, erläuterte Anja Thies die Strategie. „All diese Städte im Umfeld machen es möglich, so einen Betrieb zu führen.“ Selbst Wesel hat das Paar im Visier. Ab Donnerstag wollen die Betreiber auf ihrer Homepage immer neue Details über die künftige Einrichtung des Hauses preis geben. Dort finden Interessierte auch ein Baustellen-Tagebuch. Welche Filme und Blockbuster künftig in der Klosterstadt laufen werden, darüber entscheiden letztendlich das Publikum selbst. „Jede Region hat ihre Vorlieben“, berichtete Meinolf Thies seinen Gästern. „Wir wollen viel ausprobieren. Klar ist, dass die Menschen hier lachen und sich auch erschrecken wollen. Wir müssen dafür sorgen, dass das Kino zum Erlebnis wird.“ Zurzeit steht jedoch die Baustelle im Fokus: „Wir wollen endlich fertig werden.“