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Kinder-Uni in Kamp-Lintfort: So baute Leonardo da Vinci eine Holzbrücke

Bildung in Kamp-Lintfort : Kinder-Uni: So baute Leonardo da Vinci eine Holzbrücke

Leonardo da Vinci, die meisten kennen ihn als Schöpfer des Mona-Lisa-Gemäldes. Doch der von 1452 bis 1519 lebende Renaissance-Künstler war auch ein genialer Erfinder und Konstrukteur. Eine seiner erstaunlichsten Erfindungen, eine sich selbst tragende Holzbrücke, war am Mittwoch Inhalt der in diesem Semester letzten Kinder-Uni-Veranstaltung in der Hochschule Rhein-Waal.

„Brücken bauen wie Leonardo da Vinci“ hieß die rund 45 Minuten dauernde Vorlesung, in der Peter Kisters, Professor für Maschinenbau und Produktdesign, Kindern zwischen acht und zwölf Jahren auf anschauliche Weise die baulichen Begriffe Selbsthemmung, Lastverteilung und Reibung erklärte.

Gut 100 interessierte Kinderstudenten hatten sich dazu im Audimax des Hörsaalzentrums eingefunden und erblickten dort beim Eintreten als erstes eine circa fünf Meter lange, 1,50 Meter breite und 250 Meter hohe, aus zahlreichen Holzleisten bestehende Brückenkonstruktion. „Die habe ich von zu Hause mitgebracht“, erklärte wenig später Dozent Kisters. „Was meint ihr, warum die Brücke hält?“ Gleich mehrere Finger schnellten in die Höhe. „Toll“, freute er sich: „Das kenne ich gar nicht von meinen Studenten.“

So ganz genau konnte dann aber doch keiner der eifrigen Aufzeiger seine Frage beantworten. Einer der kleinen Studenten wusste jedoch zumindest, dass Leonardo aus der italienischen Stadt Vinci stammte. „Ja, genau“, nahm Dr. Kisters die Antwort zum Anlass, den genialen Maler und Brückenerfinder erst einmal auf zwei großen, von der Decke hängenden Leinwänden näher vorzustellen. Wenig später bewies dann ein von ihm an die mitgebrachte Brücke gehobener Junge deren ungewöhnliche Stabilität.

„Ja, aber da sind ja zwischen den Holzleisten lauter Löcher“, bemerkte ein junger Besucher: „Wie konnten die Leute denn dann über die Brücke gehen?“ Das war in der Tat eine gute Frage, fand auch der Professor: „Die Löcher ließen sich nach Bedarf mit weiteren Holzleisten füllen“, erklärte er, um anschließend anhand zahlreicher, leicht verständlicher Anschauungsbilder die oben bereits genannten Prinzipien der Selbsthemmung, Lastverteilung und Reibung zu verdeutlichen.

Dieses und die anderen Experimente hatten offenbar Eindruck gemacht, denn in der Fragerunde wollte einer der kleinen Besucher wissen, was denn passiert, wenn man die Brückenleisten länger macht. „Dann wird die Brücke einfach flacher“, beantwortete Kisters diese Frage mit Freude über so viel Verständnis für seine bau-physikalischen Ausführungen und empfahl allen Besuchern, die die Leonardo-Brücke nachbauen wollen, ganz viel Eis am Stiel zu essen.

Weitere Informationen über die Kinder-Uni und andere Angebote unter www.hochschule-rhein-waal.de