Kamp-Lintfort: Kinder trainieren mit Profis

Kamp-Lintfort : Kinder trainieren mit Profis

Der Verein Klartext für Kinder lud 32 Fußballbegeisterte zu einem Fußballcamp in das Stadion am Volkspark ein. Sie hatten drei schöne Tage in der kickenden Gruppe.

Der ehemalige Fußballprofi Torsten Wohlert trainierte die Kinder im Camp. Der 52-Jährige wechselte vor 25 Jahren zum MSV Duisburg, als dieser nach einer Zweitligasaison wieder ins Fußballoberhaus zurückgekehrt war. Damals waren die Acht- bis 14-Jährigen noch nicht geboren. Auch 2003 hatten sie noch nicht das Licht der Welt erblickt, als er seine Profikarriere beendete und für zwei Jahren zum SV Straelen wechselte.

Jetzt kehrte der gebürtige Travemünder und Wahlberliner, der heute Talentscout bei Hertha BSC ist und außerdem Fußballcamps organisiert, für einen Tag in seine langjährige niederrheinische Zweitheimat zurück, um mit Sven Zocher 32 Kinder im Stadion am Volkspark an der Franzstraße zu trainieren. Diese hatten sofort Respekt vor den beiden, als Zocher erzählte, er habe als U-17-Jugendtrainer der SG Wattenscheid 09 den Gelsenkirchener Kerem Demirbay unter seinen Fittichen gehabt, der seit 2016 für den Bundesligisten SG Hoffenheim spielt und seit 2017 zur Nationalmannschaft gehört.

Schließlich kennen sie den 24-jährigen Kicker aus dem Ruhrgebiet, der sich nach viel Verletzungspech durchgebissen hat und den fußballerischen Aufstieg erreichte. So drehte sich bei den 32 Jungen und Mädchen bis gestern drei Tage lang alles um das runde Kunstleder. Sie liefen, dribbelten, köpften, schossen aufs Tor oder trafen in Spielen aufeinander, um ein wenig ihren Alltag vergessen zu können. "Sie kommen teilweise aus schwierigen familiären Verhältnissen", berichtet Michael Passon, Geschäftsführer des Vereins "Klartext für Kinder", der die gut 3000 Euro finanzierte, um das Fußballcamp stattfinden zu lassen. "Wir arbeiten eng mit dem städtischen Jugendamt zusammen, das uns sagt, welche Kinder sich besonders auf ein Fußballcamp freuen."

Christoph Müllmann, Dezernent in Kamp-Lintfort, freut sich über diese Kooperation. "Für die Kinder ist es eine Abwechselung", sagt der Erste Beigeordnete. "Ich habe sie gefragt. Die eine Hälfte spielt bereits in einem Verein. Die andere würde gerne in einem Verein spielen." Alle sind zufrieden: "Für sie sind es drei schöne Tage in der Gruppe", berichtet Marwin Domagalla, der mit Judith Neu die Aktion von der Seite des Jugendamtes mitorganisiert. "Sie lernen das Zusammenspiel in der Gruppe." Deshalb sind die nächsten Camps bereits fest eingeplant. "Wir laden noch zu einem Fußballcamp in Moers ein und zu zwei Boxcamps", blickt Michael Passon auf die Klartext-Jahresplanung.

"Neu ist in Ende des Jahres ein Tanzcamp zu Videoclips. Im nächsten Jahr gibt es das sechste Fußballcamp in Kamp-Lintfort."

(got)
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