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Kinder lernen im Offenen Ganztag in Kamp-Lintfort Demokratie.

Schule in Kamp-Lintfort : Kinder lernen im Ganztag Demokratie

Der Caritasverband Moers-Xanten setzt im Offenen Ganztag auf die Partizipation der Schüler. An der Grundschule am Niersenberg wird die demokratische Schulkultur bereits gelebt. Die Kinder bringen sich mit ihren Wünschen ein.

Gemeinschaftsgrundschule im Niersenbruch in Kamp-Lintfort: Die Kinder der Luchs-, Chamäleon-, Delfin- und Sterngruppe treffen sich dreimal in der Woche mit ihren Erzieherinnen, um das zu üben, was der sogenannte Partizipationsartikel der UN-Kinderrechtskonvention vorgibt: das Recht der Kinder auf Beteiligung. Was im Gesetzestext naturgemäß juristisch formuliert daherkommt, wird hier praktisch gelebt. Als zeitlicher Rahmen dient die Offene Ganztagsschule (OGS), das Betreuungsangebot von 11.30 bis 16 Uhr, das von den Fachkräften des Caritasverbandes Moers-Xanten mit Inhalt gefüllt wird.

„Eine demokratische Schulkultur mit dem Offenen Ganztag als mittlerweile fest etabliertem Baustein soll unsere Kinder auf ihrem Weg zu mündigen Bürgern begleiten“, erklärt Birgit Winante, die das OGS-Team in der Schule am Niersenbruch leitet. „Dies funktioniert insbesondere über Partizipation, die allerdings gelernt sein will und zwar sowohl von den Kindern als auch den pädagogischen Fachkräften.“

In den drei Gruppensitzungen der Luchs-, Chamäleon-, Delfin-, und Sterngruppe – die Namen haben die Kindern selbst gewählt – wird alles thematisiert, was das Leben im OGS betrifft. Die Zeit werde gern genutzt, um Lösungsstrategien für Konflikte zu entwickeln und umzusetzen, auch in Rollenspielen. Wesentlich seien die „No-go-Regeln“, die von den Kindern verbindlich erarbeitet worden seien. „Dabei stand an oberster Stelle der Verzicht auf körperliche und psychische Gewalt, auch bei der Auflösung von Streitigkeiten“, sagt Birgit Winante. In diesem Zusammenhang sei der Wunsch der Kinder aufgegriffen worden, Vertreter zu wählen, die sich insbesondere als Gruppensprecher bei der Konfliktlösung mit einbringen wollten. Das wichtigste Anliegen sei das Erlernen demokratischer Strukturen. Die in geheimer Wahl bestimmten Vertreter aus allen vier Gruppen – sechs Mädchen und zwei Jungen – treffen sich laut Caritas in regelmäßigen Abständen, aber mindestens einmal im Monat unter fachlicher Anleitung einer Erzieherin, um sich auszutauschen „Die Sprecher greifen Vorschläge und Kritik ihrer Mitschüler auf. Sie diskutieren auch mit den Erzieherinnen, was und wie gerade gestaltet und verändert werden kann und erfahren, dass ihre Stimme gehört und berücksichtigt wird“, betont Winante. An Ideen und Wünschen mangele es den Kindern nicht. Besonders wichtig sei bisher die Mitsprache bei den Arbeitsgemeinschaften, den Ausflügen während der Ferienbetreuung, der Planung des ersten OGS- Kinderparlaments im Sommer sowie beim Mittagessen. Der Aufwand lohne sich. Denn Kinder seien durchaus in der Lage, zwischen Machbarem und Nichtmachbarem zu unterscheiden. Dabei fange die Partizipation schon beim Mittagessen an, wie das Beispiel der Grundschule am Niersenberg gezeigt habe. Doch wer jetzt an Forderungen nach weniger Gemüse und mehr Junk Food denkt, liege daneben. Die Gruppensprecher kritisierten eher eine mangelnde Esskultur. Als Ergebnis soll nun ein „Benimm-Plakat“ in der neuen Mensa darauf hinweisen, dass Essen ein gemeinsames Erlebnis ist. Die Ergebnisse solcher Umfragen werden laut Caritas im OGS-Journal veröffentlicht, das zweimal im Jahr erscheint. Dort können die Kinder ihre selbstständig verfassten Artikel von Rezepten der Koch- und Back-AG, über Aktivitäten während der Ferienbetreuung bis hin zu Interviews an der Info-Ecke aushängen. „Schließlich sollen alle wissen, was bei uns los ist“. Wie wichtig ist der OGS für die pädagogische Arbeit?

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„Die Angebote werden weiter ausgebaut, an den meisten Standorten haben wir gleichbleibende oder steigende Kinderzahlen“, erklärt Klaus Roosen, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie beim Caritasverband Moers-Xanten. „Die Systeme Schule, OGS, Schulsozialarbeit und Jugendhilfe wachsen immer weiter zusammen. Dies bringt Vorteile für alle am Erziehungsprozess Beteiligten mit sich.“