Katholische Kita in Kamp-Lintfort öffnet die Gruppen

Serie Kitas in Kamp-Lintfort: St. Paulus eröffnet den Kindern Räume

Ab dem 1. August dieses Jahres werden in der Kita 58 Kinder zwischen vier Monaten und sechs Jahren betreut.

Der Stadtteil Niersenbruch ist ein beliebtes Wohngebiet für junge Familien. So ist es nicht verwunderlich, dass sich dort gleich mehrere Kindergärten befinden, darunter auch die katholische Kindertagesstätte St. Paulus an der Fasanenstraße 1. Die einst zur St. Paulus Pfarrgemeinde gehörende Einrichtung ist seit dem Rückbau der Pfarrkirche im Jahr 2009 Teil eines aus fünf Kamp-Lintforter Kindertagesstätten bestehenden Familienzentrenverbundes der katholischen Stadtgemeinde St. Josef, wobei jede Kita ihre eigenen pädagogischen Schwerpunkte beibehalten, beziehungsweise weiterentwickeln konnte. Im Falle der Kindertagesstätte St. Paulus heißt dieser Schwerpunkt auf nur vier Worte gebracht: „Ein Haus für Kinder“.

Entwickelt hat ihn die seit 1980 dort zuständige Leiterin Heike Preußner. „Die meisten Kinder erleben hier anders als früher, wo sie oft nur von acht bis zwölf Uhr im Kindergarten waren, einen großen Teil ihres Alltags. Dem entsprechend müssen auch die vorschulischen Betreuungskonzepte immer wieder erneuert werden“, erklärt sie. „Wir haben zum Beispiel seit sechs Jahren keine herkömmlichen Gruppen mehr, sondern so genannte Funktions- und Bildungsräume, die für alle Kinder offen sind. Aus geschlossenen Gruppenräumen wurden, um es schlagwortartig auszudrücken, offene Funktionsräume.“ Und das bedeutet? „Bisher gab es bei uns meist nach Alter gestaffelte Gruppen, von denen jede Gruppe ihren eigenen Raum mit einer Bau-, Spiel- und Kuschelecke besaß. Jetzt gibt es für jede Aktivität, zum Beispiel zum Malen und Basteln, zum Turnen und Experimentieren oder für Rollenspiele jeweils einen eigenen Raum, in dem die Kinder je nach Wunsch ihren jeweiligen Interessen nachgehen können.“

Jede Erzieherin habe sich dafür auf einen oder auch zwei dieser Bereiche besonders spezialisiert, um den Kindern entsprechende Anregungen und Hilfestellungen zu geben. „So können alle Kinder ganz unbeschwert, ihre besonderen Fähigkeiten und Neigungen entdecken.“

Darüber hinaus habe jede Mitarbeiterin aber auch einen bestimmten Kreis von Kindern und Eltern, dem sie als unmittelbare Ansprechpartnerin zur Verfügung stehe, erklärt Heike Preußner weiter und ergänzt dann noch: „All das klappt bei uns aber nur, weil unsere Mitarbeiterinnen ständig bereit sind, sich miteinander abzustimmen.“ Ab dem 1. August diesen Jahres werden in der Kamp-Lintforter Kita St. Paulus insgesamt 58 Kinder zwischen vier Monaten und sechs Jahren betreut. 33 davon ganztags von 7.30 bis 16.30 Uhr, die übrigen von 7.30 bis 14.30 Uhr.

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Neben einem gemeinsamen Frühstücksbuffet werden alle Kinder mittags mit einem aus „guter Mischkost“ bestehenden, gelieferten Essen versorgt, und für die Nachmittagskinder gibt es um 15 Uhr zusätzlich noch einen kleinen Snack. Der größte Teil der Kinder ist natürlich katholisch. Es werden aber auch andere Konfessionen einschließlich der islamischen akzeptiert. Dabei sehen sich Heike Preußler und ihre Kolleginnen jedoch nicht nur als Betreuer und Förderer der Kinder, sondern auch als Begleiterinnen der Eltern in Erziehungsfragen. So besucht Heike Preußler zum Beispiel alle Kinder vor der endgültigen Aufnahme grundsätzlich in ihrem Elternhaus und legt auch sonst großen Wert auf elterliche Dialog- und Zusammenarbeitsbereitschaft.

Und was meinen die Kinder zu ihrer Kita? Die sechsjährige Sophia findet den Maxi-Treff, einen eigens für die Vorschulkinder eingerichteten Spielkreis besonders schön. „Da kann man so toll basteln.“ Sie möchte später mal Baby-Sitterin werden. Ihre Freundin, die fünfjährige Malia, malt dagegen lieber und träumt dem entsprechend von einer Karriere als Malerin. „Und was esst ihr hier am liebsten?“ „Nudeln“ antworteten darauf beide gleichzeitig wie aus der Pistole geschossen. „Und Tomatensuppe mit Fleischbällchen.“

Kontakt: Heike Preußner, katholische Kita St. Paulus, Ortsteil Niersenbruch, Fasanenstraße 1. Telefon: 02842 4946.

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