Kamper Nacht: Feuer frei für Tschaikowski

Event in Kamp-Lintfort : Kamper Nacht: Feuer frei für Tschaikowski

Das Feuerwerk wird diesmal zum Finale aus der fünften Symphonie des Komponisten gezündet.

Der letzte Satz der fünften Symphonie von Tschaikowski endet buchstäblich mit Pauken und Trompeten, und man kann sich gut vorstellen, wie die Flammen zu diesem musikalischen Feuerwerk züngeln: Der Satz bildet, wie jetzt feststeht, den Soundtrack zum Musikfeuerwerk der Kamper Nacht am 13. Juli. Der Pyrotechniker Franz Hermann Ingmanns hat das Stück zusammen mit Mikhel Kütson, Dirigent der Niederrheinischen Symphoniker, ausgesucht. „Mein Kollege ist studierter Musiker, er kennt sich aus“, sagte am Mittwoch Ingmanns’ Geschäftspartner Thomas Schmiedeknecht bei einer Vorbesichtigung des Terrassengartens. Zum neunten Mal werden die Pyrotechniker aus Erkelenz für das Feuerwerk der Kamper Nacht sorgen. „Aber es ist immer etwas Neues. Wir fangen immer bei Null an“, sagte Schmiedeknecht.

Der 71-Jährige ist für den technischen Part des Spektakels verantwortlich. Seit 40 Jahren ist er im Geschäft, aber immer noch verspüre er ein Bauchkribbeln bei seinem Job. „Wenn alles klappt – das ist ein tolles Gefühl.“ Wenn sein Partner den Ablauf des Feuerwerks anhand des ausgesuchten Stücks festgelegt hat, macht sich Schmiedeknecht an die Planung. Rund eine Woche verbringe er am Computer. Der Aufbau der Effekte im Terrassengarten direkt vor der Konzertnacht beanspruche zwei Tage. Mit eine Team von mindestens zehn Mann rückt die Firma Ingemanns & Schmiedeknecht dann an. Mehre Kilometer Leitungen durch den Garten seien zu legen, und mehrere hundert Effekte mit Zündern zu versehen. Und die Effekte müssen in Folie verpackt werden, falls es regnen sollte. „Immerhin stehen sie zwei Tage im Freien.“ Bei der Aufführung sei Regen allerdings das kleinere Problem. Das größere ist Wind. „Bei einer Windgeschwindigkeit von acht Metern pro Sekunde geht nichts mehr“, sagte Schmiedeknecht. Das entspricht immerhin Windstärke fünf. „Aber wir bestellen immer gutes Wetter für die Kamper Nacht“, versprach Kamp-Lintforts Kulturdezernent Christoph Müllmann bei dem Termin. Bei der Aufführung ist dann wieder Franz Hermann Ingmanns Herr des Feuerwerks. „Er stellt sich mit einer Partitur des Stücks hin und löst die einzelnen Effekte aus“, sagte Schmiedeknecht.

Pyrotechniker Thomas Schmiedeknecht im Terrassengarten von Kloster Kamp. Foto: Josef Pogorzalek

40 bis 50 Feuerwerke zünden die Erkelenzer pro Jahr. Gerade erst waren sie bei den Händel-Festspielen in Halle an der Saale. Aber das Feuerwerk am Kloster Kamp sei auch für ihn etwas ganz Besonderes, sagte Schmiedeknecht. „Hier gibt es viele langbrennende Effekte auf einer riesigen Fläche.“ Ein Höhenfeuerwerk wäre im Terrassengarten aus Sicherheitsgründen nicht möglich. So bleibt es bei einem Bodenfeuerwerk, das maximal 30 bis 40 Meter hoch ist – aber dafür kontinuierlich brennt. Kamp-Lintforts Kulturdezernent Christoph Müllmann zählt zu den vielen Fans des Feuerwerks. „Wie auf einer Leinwand sind hier richtige Bilder zu sehen“, schwärmte er. Mächtige „Vulkane“, „Feuerräder“ und „Wasserfälle“ aus Feuer zählten in der Vergangenheit zum Repertoire der Pyrotechniker. Welche Effekte in diesem Jahr genau zu sehen sein werden, steht noch nicht fest.

Den Titel „L’amour et la Musique“ (die Liebe und die Musik) trägt die Kamper Nacht 2019. Das Vorprogramm bestreitet ab 18 Uhr die Musikschule der Stadt. Musikschüler Christopher Hesseling, der zu einem erstklassigen Gitarristen heranreift, wird im Hauptprogramm mit den Niederrheinischen Sinfonikern das Concierto de Aranjuez von Joaquin Rodrigo spielen. Ansonsten zu hören: Gounod, Verdi, Delibes und andere Musik, die Spaß macht.

Insgesamt 2200 Besucher fasst die Veranstaltung. Rund 300 Eintrittskarten (49 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre 15 Euro) sind noch zu haben, und zwar unter eventim.de und beim City Marketing, Christine Utermöhlen, 0171 1935872, c.utermoehlen@t-online.de.

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