Kamper Konzerte: Trio Charolca begeistert mit tänzerischer Leichtigkeit

Kamper Konzerte : Trio Charolca begeistert mit tänzerischer Leichtigkeit

Mit einem außergewöhnlichen Programm präsentierte die Reihe der Kamper Konzerte einen Höhepunkt der Saison: Zu Gast war das Trio Charolca mit der Flötistin Anne Cathérine Heinzmann, dem Bratscher Roland Glassl und dem Harfenisten Andreas Mildner.

2005 gegründet, profiliert es sich zunehmend als herausragendes Ensemble seiner Gattung. Auch im ausverkauften Rokokosaal begeisterten die „drei Hochkaräter und Perlen der Besetzung“, als die der Künstlerische Leiter der Konzertreihe, Alexander Hülshoff, das Ensemble vorstellte, ihre Zuhörer.

Zum Auftakt hatte Charolca Jean Leclairs Triosonate D-Dur gewählt, ein Paradebeispiel der Musik des Komponisten, der ein intensives Leben als Korbflechter, Tänzer, Tanzlehrer und Geiger führte und in dessen Musik der Bezug zum Tanz deutlich hörbar ist. Tänzerische Leichtigkeit sollte, so Glassl, „ein bisschen als roter Faden“ dienen – von Leclairs Sonate, deren spieltechnische Herausforderungen das Trio in einer ebenso virtuosen wie klangschönen Interpretation mühelos meisterte, bis zu Debussys Sonate für Flöte, Viola und Harfe – dem Initiatialwerk für die Besetzung.

Auch in Regers Suite Nr. 1 für Viola solo, einem Highlight nicht nur für die Musikpuristen im Publikum, griff Glassl das tänzerische Element auf, voller Emphase und Kraft, aber auch mit einer inneren Gelassenheit, einem ebenmäßigem Puls und einem transparenten Klang, der Reger immer wieder in Bach-Nähe rückte. Ein faszinierendes Klangerlebnis, dem mit Saint-Saens Fantasie für Flöte und Harfe op. 124 ein intimer, fast zärtlicher Duo-Gegenpol gegenübergestellt wurde.

Ravels Sonatine in der vom Komponisten abgesegneten Triobearbeitung und Leo Smits Trio, ein spannendes Werk des damals 24-jährigen Holländers, bereiteten das Finale vor: Debussys Sonate, die mit ihren tänzerischen Rhythmen den roten Faden des Konzerts weiterstrickte. Mit mal expressiv flirrenden, mal sehnsüchtig weichen Klängen unterstrich Charolca farbenreich und feinfühlig den Charakter dieser „Klang gewordenen Poesie“.

Weil das Werk, wie Glassl den Komponisten zitierte, so „furchtbar melancholisch“ ist, dass man nicht weiß, „ob man darüber lachen oder weinen soll“ und das Konzert ganz so melancholisch nicht enden sollte, gab es als stürmisch erklatschte Zugabe Jacques Ibert: spanisch, sinnlich, schön.

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