Kamp-Lintforter gehört zur Elite junger Gitarristen.

Talente aus Kamp-Lintfort : Er gehört zur Elite junger Gitarristen

Christopher Heßling hat nicht nur bei diversen Wettbewerben von „Jugend musiziert“ unzählige Preise gewonnen, sondern schaffte beim internationalen Anna-Amalia-Wettbewerb für junge Gitarristen in Weimar den zweiten Platz.

Angefangen hat alles auf einem Neukirchen-Vluyner Flohmarkt. Christopher Heßling war damals gerade mal sechs Jahre alt, als er auf einem der dortigen Stände eine Gitarre entdeckte. „Die will ich haben“, hatte der Kleine auf das Instrument gezeigt und seine Mutter dabei erwartungsvoll angeschaut. Die war nicht ganz so begeistert. Schließlich hatte ihr Sohn schon ein ziemlich volles Kinderzimmer, doch da die Gitarre nur vier Euro kosten sollte, erfüllte sie ihm schließlich seinen Wunsch. Das war vor zehn Jahren. Inzwischen ist Christopher Heßling 16 Jahre alt und hat seither mit seiner Gitarre nicht nur bei diversen Wettbewerben von „Jugend musiziert“ unzählige Preise gewonnen, sondern schaffte vor kurzem sogar beim renommierten internationalen Anna-Amalia-Wettbewerb für junge Gitarristen in Weimar den zweiten Platz.

Dabei – und das erstaunt seinen Lehrer Martin Begall immer wieder – übt Christopher Heßling nicht einmal besonders viel. „Er ist einfach begabt“, erklärt der Leiter der Kamp-Lintforter Musikschule. Begall unterrichtet Christopher Heßling seit 2013 und hatte ihm für den Wettbewerb in Weimar sogar seine eigene, hochwertige Gitarre geliehen „Dort hat sich schließlich die internationale Elite junger Gitarristen getroffen. Da brauchte Christopher ein gutes Instrument“, begründete er die großzügige Leihgabe. Spielen musste sein Schüler allerdings selbst, was er in diesem Fall nicht ganz ohne Lampenfieber tat. „So sah das dabei aus“, erklärte sein Vater und zeigte ein Handy-Foto, auf dem sein Sohn mit Begalls Gitarre ganz allein in einem riesigen Saal auf einem Stuhl saß. „Jeder Bewerber musste 20 Minuten lang spielen. Christopher hat sogar eine eigene Komposition vorgetragen“, erinnerte er sich mit deutlichem Stolz in der Stimme. „Ja“, bestätigte Mutter Sabine lächelnd. „Wir leben das Ganze mit und unterstützen unseren Sohn so gut wir können bei seinen musikalischen Aktivitäten.“ Die haben sich inzwischen ziemlich ausgeweitet. Seit Herbst letzten Jahres ist Christopher Heßling das zurzeit jüngste Mitglied in der Gitarrenklasse der Essener Folkwang-Hochschule, und vor vier Monaten bestand er dort auch noch die Aufnahmeprüfung für die Kompositionsklasse. Komponieren ist neben dem Gitarrespielen nämlich seine zweitliebste Beschäftigung.

Hier mag er besonders die barocke Musik. „Wegen ihres mathematischen Aufbaus.“ Das passt. Sein Lieblingsfach im zehnten Jahrgang des Kamp-Lintforter Georg-Forster-Gymnasiums ist Mathematik. Außerdem probiert er sich auch gerne an schwierigen Programmieraufgaben. Seine berufliche Zukunft sieht er allerdings eher in einer Musikprofessur.

Und als Schöpfer einer großen Sinfonie, die er, wenn sie denn fertig ist, natürlich auch gerne selber dirigieren möchte. Ein Vorhaben, das ihm nach Martin Begalls Ansicht wahrscheinlich schon in nicht allzu ferner Zukunft auch tatsächlich gelingen dürfte.

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