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Kamp-Lintforter Diskussion: Kritik an „Entmündigung der Bürger“

Streitgespräch in Kamp-Lintfort : Diskussion: Kritik an „Entmündigung der Bürger“

„Kamp-Lintfort wählt Europa“, so lautete der Titel einer Podiumsdiskussion, zu der der örtliche Bildungsverein „CEC Connect“ eingeladen hatte. Dabei stellten sich  Fotis Matentztoglou (Die Linke), Beret Roots (FDP), Edgar Stary (SPD) und Hans Peter Weiß (Bündnis 90/Die Grünen) knapp zwei Stunden lang den Fragen von rund 30, überwiegend jungen Besuchern zur derzeitigen politischen Situation der Europäischen Union.

Doch zunächst hatten die Podiumsteilnehmer erst einmal die Gelegenheit, sich selber und die  allgemeinpolitischen Standpunkte ihrer Parteien vorzustellen, was eine Besucherin jedoch zu ausgiebig fand. „Fühlen wir uns überhaupt noch als Europäer? Es ist doch nicht zu übersehen, dass die anfängliche Euphorie inzwischen total abgeebbt ist“, unterbrach sie die Vorstellungsrunde.

„Was meinen Sie, warum das so ist?“ „Wir setzen auf europaweite Mindestlöhne, soziale Sicherheit und mehr direkte Demokratie“, lautete dazu Fotis Mantentztoglous Antwort. „Wir setzen ebenfalls auf einen überall gültigen und Mindestlohn und eine einheitliche Unternehmenssteuer“, erklärte Hans Peter Weiß, was Beret Roots mit dem Einwand konterte, dass es dazu noch viel zu viele wirtschaftliche und soziale Unterschiede in den verschiedenen Unionsländern gäbe.

Das beantworte zwar nicht die Frage, setzte aber eine Reihe weiterer Zuschauerfragen- und bemerkungen in Gang. „Warum können sich nicht alle Parteien für die Klärung so wichtiger Probleme wie Umweltschutz, Chancengleichheit und den Erhalt des Friedens zusammentun?“, wollte eine Besucherin wissen. Eine dritte beklagte: „Der Abstand zwischen der EU-Politik und den Bedürfnissen der Bürger ist inzwischen so groß, dass sich viele Bürger nahezu entmündigt fühlen.“

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„Ja, genau. Da wurde bisher immer behauptet, die jungen Leute hätten kein Interesse an Politik. Jetzt, da wir uns vehement für den Klimaschutz einsetzen, sollen wir das Ganze doch lieber den Profis überlassen. Aber man sieht ja, was dabei bisher herausgekommen ist“ ergänzte eine junge Frau und fügte unter Applaus hinzu: „Denken Sie daran, dass wir später Ihre Renten bezahlen. Also geben Sie uns bitte ein gutes Beispiel!“