Kamp-Lintfort: Zwölf Abende für Genießer im Kloster Kamp.

Kultur in Kamp-Lintfort : Zwölf Abende für Genießer im Kloster

Die Veranstaltungsreihe im Zentrum Kloster Kamp verbindet erfolgreich Kunst, Musik und Esskultur. Programm für 2020 steht.

Irische Songs und keltische Klänge, eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte mit Stopp im mittelalterlichen Spanien, Klezmer und jiddische Lieder sowie Musik auf alten und fremden Instrumenten: Die Abende für Genießer, die seit einigen Jahren mit großem Erfolg Kunst, Musik und Esskultur vereinen, setzen 2020 wieder auf das Besondere in intimer Atmosphäre des Rokokosaals im Kloster Kamp. Peter Hahnen, Geschäftsführer des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Klosters Kamp, hat für die nächste Spielzeit einen bunten Strauß an kulturellen Ereignissen zusammengestellt – mit fünf Premieren für Kamp. Der Kartenvorverkauf ist bereits gestartet.

Die Veranstaltungsreihe, die sich großer Beliebtheit beim Publikum erfreut, ist längst kein Geheimtipp mehr. Viele der Konzertabende sind Monate im Voraus ausverkauft. Die neue Saison der Genießerabende startet am 24. Januar. Eingeladen ist die Gruppe „Sackville Street“. Im Fokus steht der zweistimmige Gesang von Nina Heinrich und Christian Donovan. Ihre Stimmen gehen eine musikalische Verbindung mit dem Harfenspiel von Luzinde Hahne ein. Das Publikum darf sich auf irische und schottische Lieder abseits der gängigen Gassenhauer freuen und wird zum Mitsingen eingeladen. Es werden auch Mandocello, Bodhrán und Tin Whistle gespielt.

Im Februar nimmt das Trio „Flutes Joyeuses (Ute Hahnen, Fine Mallus und Heike Zehe) die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte. Das Ensemble, das sich auf Piccolo-, Quer- und Alt-Querflöten konzentriert, spielt erstmals auf Kamp. Eine weitere Premiere ist am 20. März im Rahmen der Genießerabende zu erleben: Marius Peters gibt mit seiner Jazzgitarre ein „Solo für Sechs“. Der mit internationalen Preisen ausgezeichnete Künstler spielt auf seinen sechs Stahlsaiten Jazz und Klassik und vermischt diese mit Einflüssen aus Gypsy, Swing, Pop, Blues und Latin. Beim „FastenJazz“ am Mittwoch, 4. März, ist der Musiker übrigens auch bei der Fastenandacht in der Abteikirche zu hören. Das Konzert am 24. April stellt die Marimba in den Mittelpunkt: „Solokonzerte mit der Marimba sind in unseren Breitengraden immer noch etwas Besonderes, aber unser Haus hat in den vergangenen sechs Jahren eine sympathische Schwäche für dieses Instrument entwickelt“, betont Peter Hahnen. Den Soloabend gestaltet der aus Japan stammende Musiker Fumito Nunoya. Er spielt Werke von Bach, Filmmusik, deutsche Lieder und Original-Marimba-Kompositionen.

Vincente Patiz. Foto: Veranstalter

Mit großer Spielfreude widmen sich Dirk und Silke Kilian der Musik des mittelalterlichen Spaniens. Wie das klingt, präsentiert das Duo am 15. Mai im Rokokosaal des Klosters Kamp. Laut Peter Hahnen erklingen an dem Abend wiederentdeckte Werke aus alten Handschriften ebenso wie sephardische Romanzen. Instrumente wie Oud, griechische Lauota, persische Tar, Rahmentrommel und Duduk sollen die Epoche erlebbar machen. Am 26. Juni gastiert das Duo Fenetti (Klavier und Gesang) zusammen mit Rezitator Christian Behrends auf Kamp. Es erklingt „Die schöne Magelone“ von Johannes Brahms. Ein Wiedersehen gibt es am 10. Juli mit Vicente Patiz, der mit neuem Programm im Rokokosaal vorstellig wird. Der Künstler schafft mit Gitarren, Didgeridoo, Low Whistle, Percussion und 42-saitiger Harfengitarre Klangwelten, die von Flamenco bis Jazz und Weltmusik reichen. Der Geschäftsführer des Zentrums Kloster Kamp hat für den 28. August das Duo Tangoyim nach Kamp-Lintfort eingeladen. Es spielt Klezmer und jiddische Lieder. „Der Abend erzählt mal traurig, mal heiter und oft mit einem Augenzwinkern von der Liebe, vom glücklosen Straßensänger, von der jüdischen Hochzeit oder der Emigration nach Amerika“, sagt Hahnen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass man das Duo im Rokokosaal erleben konnte.

Die Band Ferry2Kerry gastiert im Oktober 2020 im Rokokosaal. Foto: Markus Rick (rick)
Marco Tschirpke. Foto: Marco Tschirpke

Ein Höhepunkt der neuen Genießerabend-Reihe dürfte die musikalische Lesung von „Reineke Fuchs“ in neuer Textfassung am 25. September sein. Als Vorlage dienten Franz Fühmann (1922 bis 1984) sowohl Goethes Versepos als auch das niederdeutsche Original. Als Künstler werden Schauspielerin Elisabeth Richter-Kubbutat und die Flötistin Susanne Ehrhardt erwartet. Keltische Klänge, diesmal aus der Bretagne, stehen noch einmal am 16. Oktober auf dem Programm. Es spielt das Quartett „Ferry2Kerry“. Am 20. November serviert Marco Tschirpke aus Berlin im Rokokosaal einen Kabarett-Benefiz-Abend für das Kloster Kamp. Er ist laut Hahnen ein Meister der knappen Formulierungskunst auf dem Hochseil des Wortwitzes. Das Jahr der Genießerabende endet mit besinnlichen und heiteren Geschichten am 18. und 19. Dezember. Dann nimmt der Leiter des Zentrums Kloster Kamp höchstpersönlich im Lesesessel Platz und liest Geschichten und Gedichte vor. Begleitet wird er von Edoardo Bignozzi an der Gitarre. Es gibt Gewürzwein und Plätzchen.

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