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Kamp-Lintfort: Kamp-Lintfort will Tourismus fördern

Kamp-Lintfort : Kamp-Lintfort will Tourismus fördern

Die Stadt will mehr Touristen nach Kamp-Lintfort locken - und zwar nicht nur zur Landesgartenschau. Ein touristischer Leitfaden bildet den Handlungsrahmen. Erste Maßnahmen sollen auf dem Kamper Berg umgesetzt werden.

So stellte sich Bürgermeister Christoph Landscheidt gestern Kamp-Lintforts touristische Zukunft vor: "Wenn in Bayern gefragt wird, wo der Niederrhein liegt, dann lautet die Antwort: bei Kamp-Lintfort", scherzte er in der Sitzung des Stadtrates, nachdem dem Gremium der neu entwickelte Tourismus-Leitfaden für die Stadt vorgestellt worden war. Die Aussage des Bürgermeisters bleibt vorerst allerdings nur eine Vision. Der Tourismus als ein wichtiger Wirtschaftsfaktor steckt in der Hochschulstadt noch in den Kinderschuhen.

Die Verwaltung hatte im September 2016 die Agentur Compass damit beauftragt, einen Leitfaden für die langfristige touristische Entwicklung Kamp-Lintforts zu erarbeiten. Wie Andreas Iland (Wirtschaftsförderung) gestern erläuterte, soll der jetzt vorliegende Leitfaden als planerischer Handlungsrahmen dienen, aber auch als Vorlage dafür genutzt werden, Fördermittel für die langfristige Tourismusinfrastruktur zu beantragen. Dazu findet laut Iland heute im Wirtschaftsministerium ein Gespräch statt.

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Die Agentur Compass, die auch den touristischen Status Quo in Augenschein genommen hat, kommt zu dem Schluss, dass Kamp-Lintfort zurzeit noch am Anfang einer touristischen Entwicklung steht. Das untermauert unter anderem die nur kleine Anzahl von Beherbergungsbetrieben im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größenordnung. Bislang finden viele Besucher nur als Tagesausflügler oder Tagungs- und Business-Gäste ihren Weg nach Kamp-Lintfort. "Es fehlen Hotels im unteren Preisbereich", erläuterte Andreas Iland dem Stadtrat.

Mit den Tagesausflüglern sei das touristische Potenzial der Stadt aber nicht ausgeschöpft. Das beauftragte Büro, das die Verwaltung bereits bei der Bewerbung um die Landesgartenschau unterstützt hatte, sieht im Spannungsbogen von Kloster Kamp bis hin zur Industriekultur eine Möglichkeit zur touristischen Positionierung. Außerdem sei die Landesgartenschau ein weiterer Impulsgeber, um Kamp-Lintfort nach vorne zu bringen. Dadurch würden sich verschiedene Angebote aus den Bereichen Kultur- und Bildungstourismus, Naherholung sowie Radfahren ergeben. Compass schlägt vor, attraktive Kurzreisen und Tagesausflüge zu entwickeln, themenbasierte Angebote zu schaffen, das Radwegenetz zu digitalisieren, also beispielsweise ein App zu entwickeln, und vor allem in die bereits bestehenden Attraktionen zu investieren, um diese zu erhalten.

Das soll nun auch kurzfristig angegangen werden. Andreas Iland teilte dem Stadtrat gestern mit, dass als erstes ein Förderantrag gestellt werden soll, um die Infrastruktur auf dem Kamper Berg zu verbessern. So soll zum Beispiel der Terrassengarten und die Verbindung zum Alten Garten beleuchtet werden, um die Besucher auch in der dunklen Jahreszeit anzulocken. Es sollen neue öffentliche Toiletten errichtet werden und die Orangerie im Terrassengarten so saniert und umgebaut werden, dass sie zukünftig für eine ganzjährige Nutzung zur Verfügung steht.

Weitere Maßnahmen, für die Fördermittel beantragt werden sollen, sind die Erneuerung der Strom- und Wasserversorgung, der Anstrich der Terrassengarten-Umzäunung sowie der Neubau des Parkplatzes bei Alemannia Kamp, des Waldparkplatzes sowie des Busparkplatzes. Auch die Modernisierung der Bushaltestelle wird empfohlen. Außerdem gibt es Ideen für ein touristisches Leitsystem zur Besucherorientierung und für die Herrichtung eines neuen Wohnmobilstellplatzes.

(RP)