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Kamp-Lintfort: Wildblumen gegen das Insektensterben

Zechenpark in Kamp-Lintfort : Wildblumen gegen das Insektensterben

Die Gärtner setzen im Zechenpark auf Nachhaltigkeit und biologische Vielfalt. Neben Pippau und Schafgarbe wachsen auf dem früheren Industriegelände heute auch Gräser wie Rotschwingel und Ruchgras.

Salbei, Schafgarbe, Pippau, Margeriten und die Rote Lichtnelke stehen zurzeit in voller Blüte zwischen dem Großen Fritz und der Großen Goorley. Die Wildblumenwiese im Zechenpark soll dazu beitragen, die heimische Insekten- und Pflanzenvielfalt zu erhalten. Auf insgesamt fünfeinhalb Hektar Fläche blühen die Wildblumen. Bei der Anlage der Wiesen habe man auf regionales Saatgut geachtet, teilt die Stadt Kamp-Lintfort mit, um heimischen Wildblumen neuen Lebensraum zu geben. Damit werde die Grundlage für Artenvielfalt gelegt. „Hasen suchen zum Beispiel Schutz in den Wiesen, den Vögeln bieten sich Nahrungsquellen, die derzeit ihre Jungen aufziehen. Der Stieglitz, der schon jetzt häufig im Park anzutreffen ist, ernährt sich ausschließlich von Blumensamen“, heißt es weiter.

So erhielten nicht nur die Bürger einen neuen Landschaftspark, sondern auch die Pflanzen- und Tierwelt neuen Lebensraum. Die Größe des Zechenparks erlaube ein Nebeneinander von Mensch und Tier, von gepflegten Rasenflächen und Wildblumenwiesen. Im Gegensatz zum Rasen werden die Blumenwiesen nur zwei bis drei Mal im Jahr gemäht. Im Juni soll der erste Schnitt erfolgen und das Mahdgut als Heu geerntet werden und als Viehfutter dienen. Müll, Hundekot und das Betreten der Blumenwiesen machen das Heu leider wertlos. Daher appelliert die Stadt an die Zechenparkbesucher, die Wiesen in der Blühphase zu schützen und auf den Wegen zu bleiben. Ein hoher Ph-Wert sowie der niedrige Stickstoffanteil im Boden des Zechenparks bildeten ideale Voraussetzungen für das Wachsen der Blumen, auch in den kommenden Jahren. Einen weiteren Beitrag für das nachhaltige Gedeihen der Pflanzen leisten auch die ausgesäten Gräser, wie das Rote Straußgras, das Ruchgras oder der Horstrotschwingel. „Es ist darauf geachtet worden, nur schwachwüchsige Gräser gemeinsam mit den Blumen zu säen, damit sie die Blumen nicht dominieren“, teilt die Stadt mit.