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Kamp-Lintfort: Weniger Unfälle im Kreisel am Alten Rathaus.

Unfallstatistik für Kamp-Lintfort : Weniger Unfälle im Kreisel am Alten Rathaus

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Kamp-Lintfort ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Es wurden mehrere Unfallhäufungspunkte erfolgreich entschärft. Ein Beispiel ist der Kreisverkehr am Alten Rathaus / Moerser Straße.

Die Maßnahmen am Kreisverkehr Moerser Straße / Altes Rathaus scheinen zu fruchten: Die Zahl der Verkehrsunfälle ging 2019 dort im Vergleich zu 2017 und 2018 mit je acht und neun Unfällen deutlich zurück. Im vergangenen Jahr waren es fünf. Die Polizei verzeichnete in den meisten Fällen Zusammenstöße von Autofahrern mit Rad-/Pedelec-Fahrern sowie zwischen Radlern. Die Ursache: „Es kommt immer wieder vor, dass Radfahrer falsch durch den Kreisverkehr fahren, um den Weg abzukürzen“, erläutert Thomas Deselaers, Leiter der Polizeiwache in Kamp-Lintfort, und erklärt: „Wenn die Autofahrer dies nicht sehen, kommt es zu gefährlichen Situationen, die zu Unfällen mit Verletzten führen können.“

Die für den Kreisverkehr Moerser Straße/Altes Rathaus einberufene Verkehrsunfallkommission handelte und schnürte ein Maßnahmen-Paket, durch das die Verkehrssituation erfolgreich entschärft werden konnte. „Die Kommission hat den radikalen Grünschnitt veranlasst, um bessere Sichtverhältnisse zu schaffen“, berichtet Deselaers. Man nahm Veränderungen an den Fahrbahn-Markierungen vor: So sind die Radwege jetzt rot gefärbt, Piktogramme heben die Richtung der Radfahrer deutlich sichtbar hervor. Hinzu kam eine angemessene, aber gezielte Überwachung des Bereiches durch die Verkehrspolizei. Das Ergebnis: 2019 zählte die Polizei fünf Unfälle, in diesem Jahr bislang einen. „Die Radler sind auch selbst gefordert, die Verkehrssituation zu entschärfen“, betont der Leiter der Polizeiwache und lobt, dass das Zusammenspiel aller an diesem Verkehrsknotenpunkt fast zu einer Halbierung der Unfallzahlen geführt habe. „Wir behalten den Kreisverkehr trotzdem weiter im Blick, aber auch die Kommune muss dafür sorgen, dass die die Maßnahmen weiter wirken“, sagt Deselaers.

 Die Verkehrsunfallstatistik, die die Kreispolizei Wesel im März für das Jahr 2019 veröffentlicht hat, listet für Kamp-Lintfort insgesamt 1238 Verkehrsunfälle auf und weist damit einen leichten Rückgang aus. 2018 belief sich die Zahl auf 1391. 2019 verunglückte kein Verkehrsteilnehmer tödlich. 24 Menschen wurden schwer verletzt, 134 leicht. Polizei, Straßenbaulastträger und Stadt nehmen regelmäßig gemeinsam die Unfallhäufungspunkte in den Blick. Als erfolgreich erwiesen sich auch die Maßnahmen im Einmündungsbereich von B 510 und Mittelstraße. Autofahrer konnten noch bis vor zwei Jahren gleichzeitig sowohl rechts als auch links auf die Bundesstraße abbiegen. Das Problem: „Die Rechtsabbieger auf der Mittelstraße beachteten oftmals nicht das Stoppschild. Radfahrer, die links auf dem Radweg in Richtung Rheurdt unterwegs waren, wurden schnell übersehen. Wir haben viel versucht, um diesen Bereich sicherer zu machen“, so Deselaers. Die Radwege wurden markiert, Grün zurückgeschnitten. Doch es half nichts. „Erst, als die einspurige Verkehrsführung auf der Mittelstraße eingeführt wurde, trat eine Besserung ein. Es wurde eine Sperrfläche eingerichtet, so dass die Fahrzeuge jetzt hintereinanderstehen“, berichtet er. „Das hat es gebracht.“ Dies fordert aber die Geduld der Verkehrsteilnehmer. Der Leiter der Polizeiwache hält es für eine gute Lösung, dass für die Zeit der Landesgartenschau zur Querung der B 510 eine Bedarfsampel installiert wird. Auch für die B 510 am Dachsberg soll eine Lösung kommen. Es wird eine Ampelanlage installiert. Im Augenblick beschäftigt den Kamp-Lintforter Wachleiter die mögliche Verkehrssituation zur Landesgartenschau, wenn sie denn in der aktuellen Krisensituation am 20. April für Besucher öffnen darf. „Ungewissheit besteht vor allem darin, ob das Parkplatzangebot funktionieren wird“, sagt Deselaers. Der Hauptstandort wird sich am Bendsteg befinden.

Die Verkehrspolizisten werden zudem die völlig neue Verkehrssituation an der Stephanstraße in den Blick nehmen. Diese wird bis zur Bertastraße eine sogenannte Fahrradstraße. Deselaers: „Es handelt sich um die Anbindung an den Wandelweg. Fahrradfahrer sind dort bevorrechtigt und dürfen beispielsweise nebeneinander fahren. Eine gute Idee, die aber den Charakter der Straße verändern wird. Das werden wir polizeilich begleiten.“