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Kamp-Lintfort: Vater und Sohn drehen Videobotschaften vom Kloster Kamp.

In der Corona-Krise : Vater und Sohn drehen Videobotschaften von Kloster Kamp

Der 15 Jahre alte Vincent Hahnen hat Videogrüße vom Kloster-Gelände produziert. Der Dinslakener stand schon im Tatort mit Jan-Josef Liefers vor der Kamera. Statt Däumchen zu drehen, ist Vincent kreativ, neben der Produktion der Kamp-Videos hat er mit einer Freundin nun einen eigenen Podcast gestartet.

Vincent Hahnen guckt konzentriert auf das Display seiner Kamera. Die Schärfe stimmt. Das Mikrofonkabel ist angeschlossen. Der 15-Jährige startet die Aufnahme und nickt: „Du kannst!“. Auf der anderen Seite des Objektivs beginnt  Peter Hahnen, Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp, die Zuschauer zu begrüßen. An diesem Morgen haben sich Vincent und sein Vater den Klostergarten ausgesucht, um einen neuen „Gruß von Kloster Kamp“ aufzunehmen. Auch dort ist durch die Corona-Pandemie der Seminar- und Kursbetrieb zum Erliegen gekommen. Doch trotz der betriebswirtschaftlich schwierigen Situation möchte Hahnen signalisieren: „Wir sind durchaus da und haben den Menschen etwas zu sagen.“

Dass sein Sohn sich gut mit der Kamera auskennt, sei ein Glücksfall: „Ohne Vincent hätte ich das nicht gewagt und auch gar nicht gekonnt“, sagt der 56-jährige Hahnen. Sein Sohn sei direkt „Feuer und Flamme“ für das väterliche Projekt gewesen. Regie, Kamera, Schnitt – das alles liegt in der Hand des 15-Jährigen. Vincent grinst: „Mein Vater ist für den Inhalt verantwortlich und ich für das, was nach der Produktion herauskommt.“

Dabei kennt sich der Dinslakener, der die 9. Klasse des Gymnasiums in seiner Heimatstadt besucht, nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera bestens aus. Als Jungschauspieler hat er bereits erste Dreherfahrung gemacht, an der Seite von Jochen Busse und auch schon im Tatort, wo er neben Jan-Josef Liefers den jungen Rechtsmediziner Boerne spielte. Die Zeit, seinen Vater auch mal an einem Freitagvormittag zu unterstützen, hat Vincent durch die Corona-Krise. Von der Schule bekommt er zwar Aufgaben für die ganze Woche, aber „da arbeitet man sich so durch, dann bleibt noch Zeit über“, erzählt der Schüler. Zeit, die er sonst im Fitnessstudio oder beim Tischtennis-Verein verbringen würde – was zumindest bis wenigen Tagen noch unmöglich war.

Statt Däumchen zu drehen, ist Vincent kreativ, neben der Produktion der Kamp-Videos hat er mit einer Freundin nun einen eigenen Podcast gestartet. „Abwechslung schaffen und auch etwas Positives sagen, wenn sonst alle Nachrichten nur negativ sind, das ist mir sehr wichtig“, betont der 15-Jährige.

Positiv sein, auch wenn es schwierig ist – diese Eigenschaft hat Vincent offensichtlich von seinem Vater übernommen. Der lächelt noch immer einladend und herzlich, teilt positive Gedanken – auch wenn das Geistliche und Kulturelle Zentrum einer existenziellen Krise entgegen steuern könnte. „Wir sind nur ein kleiner Verein, der das Zentrum betreibt. Der Ausfall vieler Einnahmen bringt uns wirtschaftlich an die Grenze“, sagt er.

Alle Videos sind zu sehen auf der Facebook-Seite des Geistlichen und Kulturellen Zentrums. Weitere Informationen, auch zur Möglichkeit der Spende, gibt es auf der Seite www.kloster-kamp.eu im Internet.