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Kamp-Lintfort: Unesco-Schüler informieren sich über die Berufe im Handwerk

Ausbildung in Kamp-Lintfort : Unesco-Schüler informieren sich über die Berufe im Handwerk

Der Handwerkertag an der Unesco-Schule hat Tradition. Er fand zum 16. Mal statt. Warum dieser frühe Austausch bei der Berufswahl hilft.

Rund 160 Gesamtschüler erlebten in der Kamp-Lintforter Stadthalle den Auftakt des Handwerkertags. Informationen zu den gut 13 verschiedenen Berufsbildern aus erster Hand standen auf dem Programm. Die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer, die Meister und Obermeister stellten sich in Vorträgen und Gesprächen den Fragen von Schülerseite.

 Schulleiterin Sabine Kliemann begrüßte die Schüler.
Schulleiterin Sabine Kliemann begrüßte die Schüler. Foto: Unesco-Schule

„Handwerk hat goldenen Boden und ist der Motor für Wachstum“, so Schulleiterin Sabine Kliemann zum 16. Handwerkertag. Die rund 130 Handwerksberufen sind bundesweit in gut einer Millionen Betriebe mit 5,62 Millionen Arbeitnehmern vertreten. 363.000 Azubis, das sind zwölf Prozent aller Auszubildenden, werden dort ausgebildet. Der Umsatz lag 2020 bei 650 Milliarden Euro, so ihr Faktencheck zur Attraktivität des Handwerks. Die Ausbildungen „bieten einen guten Mix aus Kopf- und Handarbeit“, betonte die Schulleiterin.

Wie es um die Gesellschaft ohne Handwerk bestellt ist, zeigte eindrucksvoll ein Videoclip. Ohne Handwerk, die Produkte und Leistungen ist der Mensch nackt bis auf die Haut und obdachlos, so die Botschaft. Umso leidenschaftlicher auch der Appell von Bürgermeister Christoph Landscheidt mit Blick auf die Situation am Markt. „Ihr seid nachgefragt.“ Der Handwerkertag mit verschiedenen Berufen sei eine einmalige Chance über den Tellerrand zu schauen. „Umso wichtiger ist es also, Jugendlichen und Heranwachsenden auf die vielen Karrierechancen im Handwerk aufmerksam zu machen. Die Veranstaltung ist dafür die ideale Plattform.“

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Nicht immer ist ein Studium nach Schulabschluss die befriedigende Entscheidung. Vielmehr fehle oft die Information, wie sich Ausbildung und Studium gut miteinander kombinieren lassen. Der Knackpunkt sei der fehlende Austausch. Fragt man bei den Jugendlichen nach, haben viele bereits eine konkrete Vorstellung von der Zeit nach der Schule. „Mich interessiert die Architektur, weil sie kreativ ist“, meinte Laurent (15). Elmas (16) dachte über die Bereiche Informatik oder Metallbau nach. „Beim Metallbau mag ich das Handwerkliche und dass es immer genug zu tun gibt.“ Bei den Mädchen ließen sich auch ebenfalls Positionen ausmachen. Mediendesign interessierte Rebekka. Sophie (15) will ihr Fachabitur machen und in eine landwirtschaftliche Ausbildung gehen. Guilia (15) interessierte sich für einen medizinisch-technischen Beruf.

„Wichtig ist für uns jetzt, dass wir wieder Praktikumsplätze bekommen können, um erste Erfahrungen zu machen. Das war in Coronazeiten nicht möglich“, so Guila. Im Vorfeld wurden über Fragebögen die beruflichen Themenkomplexe ermittelt, die dann in den Gruppen mit den Handwerksmeistern erörtert wurden. Dabei ging es primär um den Austausch, die Vorstellung der Berufe samt Perspektiven. Christiane Stepper-Düsing ist Ausbildungsmeisterin im Maler- und Lackiererhandwerk. „Die Tendenz, sich im Vorfeld über Ausbildungen im Handwerk zu informieren, nimmt zu.“

Zum 16. Mal fand die Veranstaltung für die Zehntklässler der Unesco-Schule statt. Die Agentur für Arbeit und die Handwerkskammer stellten sich den Fragen. www.dashandwerk.de