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Kamp-Lintfort: Unesco-Schüler gehen unter die Imker

Naturbildung in Kamp-Lintfort : Unesco-Schüler gehen unter die Imker

Imker Marc Bergmann hat für die Gesamtschule in Kamp-Lintfort ein friedliches Bienenvolk ausgesucht. Lehrer ließen sich in Theorie und Praxis schulen und lernten die wichtigsten Grundlagen der Imkerei kennen.

Die Unesco-Schule hat eine neue Königin: Eine Bienenkönigin ist mit ihrem Volk auf das Schulgelände gezogen. Schulleiterin Sabine Kliemann und Biologielehrerin Kirsten Matthes freuten sich über die Neuankömmlinge. Imker Marc Bergmann hat für die Gesamtschule ein friedliches Bienenvölkchen ausgesucht und mitgebracht. „An einem kühlen Montagnachmittag erkundeten die Bienen noch etwas zurückhaltend im Rahmen ihrer Einschulung die neue Umgebung. Doch schon bei den ersten Sonnenstrahlen am folgenden Tag wirkten sie munterer und aufgeschlossener; in diesem Sinne verhalten sich die Bienen nicht viel anders als menschliche Schulneulinge“, teilt Schulleiterin Sabine Kliemann mit.

Der Schulgarten der Unesco-Schule erhielt im Jahr 2020 eine lobende Erwähnung für seine Insektenfreundlichkeit bei dem bundesweiten Pflanzwettbewerb „Wir tun was für Bienen“ von der Initiative „Deutschland summt“. Aus diesem Anlass hat Lehrerin Kirsten Matthes im Jahr 2020 Kontakt zu Marc Bergmann aufgenommen, Gründungsmitglied der Regionalgruppe „Kamp-Lintfort summt“. Seitdem hilft er der Schule eine eigene Schulimkerei aufzubauen.

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Seit Anfang Februar 2021 haben sich die Lehrerinnen und Lehrer Petra Breuker, Sabine Kliemann, Dorothee Lauterbach, Kirsten Matthes und Jörg Grütjen wöchentlich per Online-Videokonferenz getroffen, um von Marc Bergmann wichtige theoretische und praktische Grundlagen zum Thema Imkern zu erfahren.

In der Schulwoche nach den Osterferien gab es dann die erste direkte Begegnung mit dem Bienenvolk und der Bienenkönigin. Mit viel Respekt und dem nötigen Abstand wurde sie im Bienenkasten gesucht und in der Menge der Arbeitsbienen schließlich auch gefunden. Später sollen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Bienen-Projektes die Rollenverteilung im Bienenstaat begreifen und die Imkerei kennenlernen. „Bienen liefern nicht nur unseren Honig. Durch ihre Bestäubung von Blumen, Blüten und Bäumen sichern sie auch einen großen Teil der biologischen Vielfalt. Sie sind für fast 80 Prozent unserer landwirtschaftlichen Nutzpflanzenproduktion unentbehrlich. Bienen sind sozial organisierte Lebewesen mit einer großen Fähigkeit zu kommunizieren“, erklärt die Schulleiterin in einer Pressemitteilung.

Doch die Bienen und andere Insekten seien bedroht, das Artensterben nehme zu. Gleichzeitig und als Reaktion hierauf erlebt das Imkern seit 2005 einen regelrechten Boom, nicht nur im urbanen Raum. Marc Bergmann ist erfahrener Imker und „Ur-Lintforter“, so seine Worte. Viele kennen ihn vielleicht von der freiwilligen Feuerwehr Kamp-Lintfort, bei der er schon über 25 Jahren aktiv ist. Im Jahr 2016 hat er begonnen, mit Bienen zu imkern. Er ist treibende Kraft hinter der Initiative „Kamp-Lintfort summt“: Ziel ist es, Lebensraum und Nahrungsquellen für bestäubende Insekten wie Honigbienen im Stadtgebiet von Kamp-Lintfort zu schaffen.

Neben Bienen sind auch Hummeln, Mauerbienen und Faltenwespen als Blütenbestäuber am Niederrhein, in Europa und auf der ganzen Welt fleißig unterwegs; ohne sie würden Blumen und Nahrungsmittelpflanzen, Gärten und Ackerflächen nicht jeden Frühling aufblühen. Ohne eine große Vielfalt an Insekten, unter Fachleuten „Biodiversität“ genannt, würde die Natur ganz schnell verkümmern.