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Kamp-Lintfort: Stadt wagt den Start in die neue Spielzeit

Theater in Kamp-Lintfort : Stadt wagt den Start in die neue Spielzeit

Nach einer gut einjährigen pandemie-bedingten Pause startet die Stadt Kamp-Lintfort in die neue Theatersaison. Fürs Publikum gilt die 3G-Regel. Alle Theaterplätze werden besetzt. Den Auftakt macht die Komödie „Ekel Alfred“.

Im Oktober 2020 öffnete sich der Theatervorhang in der Stadthalle zum letzten Mal. „Wir haben ein von sieben Stücken in der letzten Spielzeit durchbringen können“, erinnerte sich Ilona Haje vom städtischen Kulturbüro. Kurz darauf folgte der zweite Corona-Lockdown. Nach gut einem Jahr pandemie-bedingter Theater-Pause soll es nun wieder los gehen: Mit drei Produktionen geht die Stadt Kamp-Lintfort jetzt in den freien Verkauf. Den Auftakt macht die Komödie „Ekel Alfred“ am 26. Oktober. Es spielt das Ensemble der Kammeroper Köln.

„Wir möchten so viel Kultur wie möglich anbieten und haben die Chance ergriffen, dass so viele Menschen schon geimpft sind“, betont Kulturdezernent Christoph Müllmann. Auch die 3G-Regel macht dies möglich, die Theaterbesucher müssen also genesen, geimpft oder getestet sein, wenn sie eine Vorstellung besuchen wollen. „Wir orientieren uns an das, was das Land den Kommunen vorgibt“, sagt Christoph Müllmann. 720 Plätze bietet die Stadthalle. Es werden alle besetzt. „Die Theaterbesucher müssen bis zu ihrem Platz eine Maske tragen, dürfen diese aber am Platz abnehmen“, erläutert der Kulturdezernent im Gespräch mit der RP. Das gilt auch für den Gastronomie-Bereich im Stadthallen-Foyer.

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Etwa ein Drittel der Abonnenten hat die Stadt aufgrund der Corona-Pandemie verloren. 400 Theaterfreunde hielten aber dem städtischen Abonnement im vergangenen Jahr die Treue. „Die meisten sind froh, dass es wieder los geht. Sie fühlen sich bei uns relativ sicher“, berichtet Ilona Haje aus etlichen Gesprächen mit den Theaterfreunden. „Wir müssen versuchen, so viel Normalität in den Alltag zu bringen wie möglich. Das gilt für alle Bereiche, auch für die Kultur. Denn das Coronavirus wird uns noch lange begleiten“, sagt der Kulturdezernent. Die Theaterstücke, die jetzt in den freien Verkauf gehen, sind aus der letzten Spielzeit übernommen. „Die Theater haben sich sehr flexibel gezeigt und waren entgegenkommend“, berichtet Ilona Haje, die das städtische Theaterprogramm plant. Eine Entscheidungshilfe, in die neue Spielzeit zu starten, sei unter anderem eine Umfrage der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (Inthega) gewesen. „90 Prozent der befragten Städte wollen wie wir mit einem Theaterangebot starten. 80 Prozent haben sich für die 3G-Regel ausgesprochen, 20 Prozent für 2G. 40 Prozent wollen auf den freien Verkauf verzichten“, resümiert Ilona Haje das Ergebnis der Umfrage. Und deshalb beginnt jetzt in Kamp-Lintfort der Vorverkauf für die ersten drei Theaterproduktionen. Die Zuschauer erwartet ein buntes Potpourri aus Komödien, Schauspiel, Kabarett und einer musikalischen Produktion.

„Ekel Alfred“ dürfte vielen Fernsehzuschauern durch die legendäre TV-Serie „Ein Herz und eine Seele“ aus den 1970er Jahren bekannt sein. Als Schauspiel-Inszenierung der Kammeroper Köln erlebt sie ihr Comeback. Die Zitate des „alten Giftzwerges“ aus Bochum-Wattenscheid seien von anarchistischer Komik und stammten aus einer Epoche, in der der Begriff der politischen Korrektheit noch nicht erfunden gewesen sei, teilt die Stadt im Programmheft mit. Gut einen Monat später, am 28. November, folgt die Komödie „Sch’tonk“ nach dem gleichnamigen Film von Helmut Dietl über die gefälschten Hitler-Tagebücher. Es spielen Luc Feit, Carsten Klemm und Wolfram Kremer. Aus der Feder des Komödienautoren Ray Cooney stammt das Stück „Taxi, Taxi – Doppelt Leben hält besser“. Das Westfälische Landestheater gastiert mit der Inszenierung am 14. Januar in der Stadt.

Auf dem Spielplan stehen außerdem „Die Niere“, eine Inszenierung der Komödie Am Kurfürstendamm am 5. März. Es spielen Dominic Raacke, Katja Weitzenböck, Jana Klinge, Laina Schwarz und Romanus Fuhrman. Am 23. März gastiert das Westfälische Landestheater mit dem Stück „Musikladen – Eine musikalische Wundertüte“ in der Stadthalle. Am 7. April bringt die Burghofbühne das Schauspiel „Frieda Kahlo“ auf die Bühne. Die Spielzeit endet am 6. Mai mit Urban Priol. Der Kabarettist stellt sein Programm „Im Fluss“ vor. Darin verfolgt er humorvoll das politische Geschehen.