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Kamp-Lintfort: SPD übergibt 3000 Unterschriften an Kassenärztliche Vereinigung

Notdienstpraxen in Kamp-Lintfort : SPD übergibt 3000 Unterschriften an Kassenärztliche Vereinigung

Gut 3000 Menschen haben die SPD-Aktion zum Erhalt des kassenärztlichen Notdienstes in Kamp-Lintfort mit ihrer Unterschrift unterstützt. Bei der Übergabe der Unterschriften an die Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung in Düsseldorf sei jedoch deutlich geworden, dass die Interessen der Patienten bei der Neuorganisation des Notdienstes nur eine untergeordnete Rolle spielen, teilte die SPD-Fraktion am Freitag in einer Pressemitteilung mit.

Die SPD-Vertreter erfuhren im Gespräch mit dem Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Kreis Wesel, dass die abnehmende Bereitschaft der niedergelassenen Ärzte zu Notdiensten, Nachwuchssorgen und vor allem finanzielle Notwendigkeiten die KV zwinge, die Zahl der zu leistenden Notdienste für die Medizinerinnen und Mediziner in ihrem Zuständigkeitsbereich deutlich zu reduzieren. Durch mehr Behandlungszimmer wolle man dafür sorgen, dass sich die Wartezeiten für die Patienten in erträglichen Grenzen hielten, berichtete die SPD-Fraktion von dem Treffen.

„Die mangelnde Bereitschaft der kassenärztlichen Vereinigung, das von der SPD vorgeschlagene Modell mit einer zweiten Notdienstpraxis am St.-Bernhard-Hospital zumindest zu prüfen, ist enttäuschend,“ fassen die Kamp-Lintforter Vertreter, Landtagsabgeordneter René Schneider und Jürgen Preuß sowie Norbert Thiele von der SPD-Fraktion, das Gespräch aus ihrer Sicht zusammen. „Wir haben allerdings deutlich gemacht, dass wir die Situation sehr genau im Blick behalten und das Thema auch auf der Landes- und Bundesebene weiter bearbeiten werden,“ sagt René Schneider. „Wichtig ist uns dabei auch, dass mit der Festlegung der Notdienstpraxis das St.-Bernhard- Krankenhaus in Kamp-Lintfort nicht auch bei der Vergabe des Sitzes des geplanten integrierten Notfallzentrums leer ausgeht,“ erklärt Fraktionschef Jürgen Preuß.

„Wichtig ist die Teilnahme möglichst vieler Menschen an der Veranstaltung am 3. März um 19 Uhr in der Stadthalle Kamp-Lintfort, bei der Fachleute über die medizinische Versorgungssituation in unserer Region informieren und diskutieren“, ergänzt Norbert Thiele. Denn nur durch öffentlichen Druck bestehe die Chance, dass die medizinische Versorgung nicht noch weiter ausgedünnt werde, sind sich die drei Sozialdemokraten einig.

Die Stadt Kamp-Lintfort veranstaltet die Podiumsdiskussion in der Stadthalle.