Kiesabbau in Kamp-Lintfort Sinnvolle Strategie für Umgang mit Ressource Kies

Kamp-Lintfort · Die IG Dachsbruch zieht ein Fazit aus drei Jahren Kampf gegen den Kiesabbau. Nach dem Kies-Urteil ist die Erleichterung groß. Das erwartet die Interessengemeinschaft jetzt.

 Theo Rams ist nach dem Kies-Urteil erleichtert.

Theo Rams ist nach dem Kies-Urteil erleichtert.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Interessensgemeinschaft (IG) Dachsbruch blickt erleichtert auf das Kies-Urteil, das das Oberverwaltungsgericht Münster in der vergangenen Woche gefällt hatte. Damit stehe nun fest, dass die Vorgaben für den Kiesabbau im Landesentwicklungsplan rechtswidrig seien, heißt es in einer Pressemitteilung der IG.

Nun sei der Regionalverband Ruhr gefordert, den Ausstieg aus dem Kiesabbau aktiv mitzugestalten. „Erleichterung und Freude haben uns bei unserem letzten Treffen zusammengeführt“, sagt Sprecher Theo Rams. „Obwohl das Wickrather Feld im letzten Planungsentwurf nicht mehr eingeplant war, blieb doch die Sorge, ob es auch in den nächsten 50 Jahren für meine Enkelkinder erhalten bleibt“, führt er fort.

Doch mit dem Kies-Urteil sei nicht nur die Verlängerung der Versorgungszeiträume auf 25 Jahre unwirksam, sondern auch die Verpflichtung der Regionalplanung, eine kontinuierliche Versorgungssicherheit von 15 Jahren sicherzustellen. Diese habe die Landesregierung von zehn auf 15 Jahre erhöht, erinnert Theo Rams. „Das bedeutet, dass der Regionalverband, der alle zehn Jahre diese Planungen überprüft, mehr Flächen hätte ausweisen müssen. Da der Landesentwicklungsplan für rechtswidrig erklärt wurde, fallen diese Vorgaben weg.“

Nach drei Jahren Aufklärungsarbeit, zig Gesprächen mit Landtagsabgeordneten, der Sammlung von Einsprüchen gegen den Landesentwicklungsplan und von mehr als 12.000 Unterschriften, die sich gegen den Abbau im Wickrather Feld und gegen den LEP richteten, habe ein Gericht nun das bewirkt, was die aktuelle Landesregierung versäumt habe: die Reduktion des Kiesabbaus am Niederrhein voranzutreiben.

Es sei jetzt Zeit, zu handeln, nicht nur in der Landesregierung, sondern auch in der Regionalbehörde. „Wenn es gelingt, eine sinnvolle Strategie zum nachhaltigen Umgang mit der Ressource Sand und Kies zu entwickeln, wird man auch in zehn Jahren nicht auf ungeeignete Flächen wie das Wickrather Feld zugreifen müssen“, betont Rams.

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