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Kamp-Lintfort: Schwimmende Inseln aus dem GreenFabLab

Ökologie in Kamp-Lintfort : Schwimmende Inseln aus dem „FabLab“

Das Projekt von Hochschule Rhein-Waal und der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein richtet sich an Schüler. Im Green FabLab sollen mithilfe der digitalen Fertigung unter der Leitung von Kai Jörg Tiedemann insgesamt zehn schwimmende Inseln produziert werden.

Die Anreicherung von Nährstoffen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern wird zu einem immer größeren ökologischen Problem. Algen- und Geruchsbildung sowie Sauerstoffmangel sind die Folgen. Das führt mithin zur Zerstörung der Lebensräume vieler am und im Wasser lebender Tiere, aber auch zur Einschränkung der Nutzbarkeit des betroffenen Gewässers durch den Menschen. Zu den am stärksten belastenden Nähr- und Zehrstoffen gehören Stickstoff, Phosphat und organische Materialien.

Den Folgen des steigenden Nährstoffeintrags können sogenannte schwimmende Inseln entgegenwirken. Mit geeigneten Wasserpflanzen versehen, dient der über dem Wasser liegende Teil der Inseln als Wohn- oder Brutstätte unter anderem für Vögel, Frösche, Käfer oder Libellen. Die in das Wasser ragenden Wurzeln werden vor allem von Fischen oder anderen unter Wasser lebenden Kleintieren als Lebensraum genutzt. Darüber hinaus tragen die Wurzeln dazu bei, das Überangebot an den Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphat sowie organisches Material unterhalb der Wasseroberfläche zu absorbieren.

In einer Kooperation mit der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein nimmt sich das „Green FabLab“ der Hochschule Rhein-Waal dieses Themas an. Gemeinsam mit Schülern aus der Region sollen im Rahmen einer schulischen Projektwoche die Inseln hergestellt werden. Im „Green FabLab“ sollen mithilfe der digitalen Fertigung unter der Leitung von  Kai Jörg Tiedemann, Professor für Ökologie und Umwelt und Projektleiter des Green FabLab, zehn  schwimmende Inseln produziert werden. Jeweils zwei Quadratmeter groß sollen sie aus nachhaltigen, langlebigen und heimischen Materialien bestehen. Als Baumaterial wird Lerchenholz verwendet. Es ist reichlich in der Region vorhanden und bietet beste natürliche Voraussetzungen für einen langen Einsatz im Wasser. Das Holz wird zum Schutz vor schneller Verrottung mit Wurzelteer behandelt. Damit die Inseln auch schwimmen, haben ihre Holzwände einen Hohlraum, der mit Schaumglasschotter als Auftriebskörper gefüllt wird.

Bespannt werden die „Pflanzenpontons“ mit einer Naturfasermatte, die als Boden für die Bepflanzung dient. Der Prototyp für diese Inseln wurde jetzt im „FabLab“ am Campus der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort angefertigt. In einem Labor der Fakultät Technologie und Bionik auf dem Campus Kleve der Hochschule sollen die Inseln bepflanzt werden. Vorgesehen hat der Nabu  dafür heimische Pflanzenarten, die aus einem nahegelegen Naturschutzgebiet stammen und typisch für die Übergangszone sind. Dazu zählen insbesondere die Wasser-Sumpfkresse, der Rohrkolben, die Wasser-Minze, die Flatter-Binse, der Blut-Weiderich, der rötliche Wasser-Ehrenpreis sowie das Sumpf-Vergissmeinnicht. Diese Pflanzen werden dann vermehrt, um herauszufinden, welche davon besonders gut anwachsen.

„Das Projekt zeigt ganz hervorragend, wie interdisziplinär die Hochschule arbeitet und ist ein Beispiel dafür, wie das „Green FabLab“ als zdi-Schülerlabor grüne Technologien im Bereich der außerschulischen Bildung vermittelt. „Von der Zusammenarbeit mit dem Nabu und seinen Kenntnissen können wir enorm profitieren“, so Tiedemann. Für das Projekt hat der Nabu einen Antrag gestellt. Die Genehmigung steht noch aus. Für den Einsatz der schwimmenden Inseln bedarf es noch der Genehmigung durch die entsprechenden Behörden. Vorgesehen ist, sie im Spoykanal in Kleve zu verankern. Als stehendes Gewässer und wegen seiner starken Eutrophierung eignet sich der Kanal besonders gut für das Projekt.