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Kamp-Lintfort: Schulkinder legen eine flotte Flosse hin

Schwimmkurse in Kamp-Lintfort : Kinder legen eine flotte Flosse hin

Die Stadt ermöglichte Schwimmkurse für Viertklässler in den Sommerferien. Finanziert werden die Ferienkurse aus Mitteln der „Flotten Flosse“. Das Projekt wird seit 2016 in Kitas und Schulen durchgeführt.

„Man kann vor dem Wasser nicht weglaufen“, sagt Klaudia Bours von der DLRG Moers-Rheinkamp und ist in Sorge: Denn die Zahl der Nicht-Schwimmer steigt. Schwimmunterricht fand aufgrund der Corona-Pandemie im Verlauf des vergangenen Jahres so gut wie nicht statt. „In unserer Ortsgruppe stehen 200 Kinder auf der Warteliste“, berichtete sie.

Da kommen Aktionen wie die Ferienkurse, die Stadt Kamp-Lintfort für Schüler der vierten Klassen ermöglicht, wie gerufen: Fast 70 Mädchen und Jungen, die die vierte Klasse der vier Grundschulen besuchen, haben mit Unterstützung von Klaudia Bours und etlichen freiwilligen Helfern aus Kamp-Lintforter Vereinen schwimmen gelernt oder für das Seepferdchen geübt. Nach dem Wegfall der Corona-Vorgaben und der Beschränkungen stampfte die Stadt die kostenfreien Ferienkurse von jetzt auf gleich aus den Boden.

„Uns war es wichtig, den Schulkindern die Möglichkeit zu geben, noch das Seepferdchenabzeichen zu erlangen, bevor sie nach den Sommerferien auf die weiterführenden Schulen wechseln“, betonte Bettina Grenz-Klein, Leiterin der Abteilung Sport in der Stadtverwaltung. Rene Brieden, Leiter des Panoramabades Pappelsee, saß sogleich mit im Boot und ermöglichte die notwendigen Schwimmzeiten im Bad. Zehn bis 15 Stunden im Wasser braucht es schon, sagt Klaudia Bours, bis ein Kind das Schwimmen lernt. Die meisten Kinder im Ferienkurs hätten bereits erste Erfahrungen mitgebracht. Doch vier Schüler hätten komplett von Null anfangen müssen. Was der Schwimm-Expertin, die seit 43 Jahren bei der DLRG ist, an den Kindern heute auffällt: „Es fehlt die Koordination. Es fällt ihnen schwer, die Bewegungsabläufe umzusetzen“, sagt die 53-Jährige.

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Finanziert wurden die Ferienkurse aus dem Projekt „Flotte Flosse“, das die Stadt in Kooperation mit Kindertagesstätten und Grundschulen seit 2016 durchführt. Die Idee, mit den Schwimmkursen schon im Kindergartenalter zu beginnen, entwickelte sich aus den Ergebnissen der jährlichen sportmotorischen Testung, die an allen Kamp-Lintforter Grundschulen durchgeführt wird, berichtete Bettina Grenz-Klein am Donnerstag, als die Ferienkinder die Aufgaben für das Seepferdchenabzeichen im Hallenbad erfüllten.

Auch in Zukunft möchte sie „alles möglich machen“, damit die Kinder in Kamp-Lintfort schwimmen lernen. Aufgrund der Corona-Pandemie müssten alle Beteiligten aber auf Sicht fahren. Klaudia Bours: „Die Zahlen steigen wieder. Wir können nicht mal bis August planen, was dann corona-konform möglich sein wird.“