Kamp-Lintfort: Schulen sollen eigene FabLabs bekommen

Bildung in Kamp-Lintfort : Schulen sollen eigene FabLabs bekommen

ZDI-Zentrum in Kamp-Lintfort und Schulamt des Kreises Wesel schließen Kooperationsvertrag. Ein Ziel ist die Etablierung von „School FabLabs“.

Das FabLab in Kamp-Lintfort, die digitale Hightech-Werkstatt der Hochschule Rhein-Waal, soll Ableger in den Schulen des Kreises Wesel bekommen. „School FabLab“ heißt das ambitionierte Projekt, das das ZDI-Zentrum der Hochschule und das Schulamt des Kreises Wesel als Bildungspartner vorantreiben wollen. In Kamp-Lintfort haben sich zwei Schulen bereits auf den Weg gemacht, Werkstätten zu etablieren, in denen Schüler kreativ und mit Hilfe von digitalen Maschinen wie 3D-Druckern, Lasercuttern, CNC-Fräsen und Schneideplottern ihre Ideen umsetzen können, in Rheinberg und Wesel ebenso. Und auf dem neuen Berufskolleg-Campus in Moers soll ein „School FabLab“ für 12.000 Schüler entstehen.

Hochschule Rhein-Waal sowie Schulamt des Kreises Wesel eint das Ziel, die Mint-Kompetenzen, also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik der Schüler in der Region zu stärken. Hochschulpräsident Oliver Locker-Grütjen und Landrat Ansgar Müller haben am Montag deshalb die bereits bestehende Bildungspartnerschaft mit ihren Unterschriften in einem Kooperationsvertrag besiegelt. „Es geht darum, das Wissen in die Gesellschaft zu tragen und die Kinder so früh wie möglich an die moderne Technik heranzuführen“, erläuterte Locker-Grütjen die Zusammenarbeit. „Die Hochschule Rhein-Waal ist kein Elfenbeinturm, sondern eine Bürgerhochschule“, lobte Landrat Ansgar Müller und hob ihre Bedeutung hervor: Sie sei in den Bereichen Weiterbildung und Qualifizierung ein wichtiger Partner des Kreises Wesel. Bestes Beispiel dafür sei, so Ansgar Müller, die Einweihung des „School FabLabs“ am Berufskolleg für Technik in Moers am 11. September. Dort läuft laut Martin Kreymann, ZDI-Koordinator an der Hochschule in Kamp-Lintfort, zurzeit ein Probebetrieb. „Make, Learn, Share (basteln, lernen, teilen)“ – so wird das Motto in den „School FabLabs“ lauten. Die Schüler basteln und tüfteln nicht nur je nach Ausstattung mit digitalen Mitteln. Die Hightech-Labore sind auch Orte des Austausches von Erfahrungen. „Es geht darum, Schüler und Lehrer mit der digitalen Fabrikation bekannt zu machen“, erläuterte Martin Kreymann. Schulrätin Nicole Wardenbach betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem ZDI-Zentrum. So sei der Medienkompetenzrahmen zwar für alle Schulen verpflichtend. „Es fehlen zur Umsetzung jedoch oftmals die finanziellen und personellen Ressourcen.“ Hier setzt die Kooperation mit dem ZDI-Zentrum an, das die Schulen mit Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen für die Lehrer unterstützt. Das ZDI-Zentrum hat beispielsweise zwei Klassensätze Ozobots für Schulen zur Ausleihe angeschafft. Das sind kleine Roboter mit eingebauten Akkus und fünf Farb-Sensoren auf der Unterseite.

Eine weitere wichtige Säule der Kooperation ist neben den „School FabLabs“ und der Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen und Fachtagungen für Lehrer auch die Umsetzung des Programms „Haus der kleinen Forscher“ an den Grundschulen im Kreis Wesel. „Mehr als die Hälfte der 64 Grund- und 13 Verbundschulen im Kreis haben sich inzwischen dem Programm angeschlossen und sind schon zertifiziert“, sagte Nicole Wardenbach. Das Programm ermöglicht Grundschülern, selbst zu Forschern zu werden und Erklärungen für Phänomene zu finden.

www.hochschule-rhein-waal.de

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