Kamp-Lintfort: Schützen ziehen durch die Stadt

Brauchtum in Kamp-Lintfort : Schick, schicker – Schützen: Vereine und Bruderschaften ziehen durch die Stadt

Beim Stadtschützenfest dominierten elegante Kleider, treffsichere Könige – und am Ende der neue Stadtschützenkönig Markus Nothofer.

Es war ein buntes Bild: Nach und nach versammelten sich die Königinnen und Könige der acht beteiligten Bruderschaften und Schützenvereine auf dem Weg vor dem EK3 – jede beziehungsweise jeder mit seinem ganz persönlichen Kleidungsstil. „Laut Statuten muss es festlich sein – wir haben sogar schon mal ein Königspaar in Trachten gehabt“, erklärte Daniela Zukowski von Eintracht Altfeld-Saalhoff, warum sie sich an der Seite ihres Königs Rafael für ein körperbetontes, dunkelblau-türkises Kleid entschieden hatte. „Wir sind ein junger Thron und haben gedacht, da passt traditionelle Abendkleidung“, meinte die 31-jährige.

Dieter Kirmse von St.-Johannes- Nepomuk trug einen fein-gestreiften, klassischen Anzug. „Wenn jeder so kommen würde, wie er wollte, das ginge nicht“, unterstrich die Majestät. Schließlich gehe es ja um die Repräsentanz in der Stadt. „Festlich und schön – aber etwas schlichter“, hatte sich seine Frau Renate an diesem Tag hergerichtet.

Kirmses Kollege Ulrich Weinreich von der St.-Josef-Schützenbruderschaft blickte mit Stolz auf seine Ehefrau Ingrid, die eine Krone und ein türkisfarbenes Lilienkleid trug. „Ich würde sie immer wieder heiraten“, betonte er. Seine Königin hatte sich für das Exemplar aus einem bestimmten Grund entschieden: „Ich habe das Kleid zur Hochzeit meiner Tochter angehabt und wollte es deshalb heute noch einmal tragen.“

Ebenfalls noch einmal so richtig in Schale geworfen hatte sich Stefanie Poth von den St.-Bernardus-Schützen Rossenray – in dem Bewusstsein, an diesem Tag die Stadtköniginnenehre abgeben zu müssen. „Das ist schon komisch, so’n ein Abschied“, sagte sie, während sie ins Publikum am Straßenrand winkte.

Vom EKZ aus ging es durch die Fußgängerzone bis hin zum Prinzenplatz – begleitet von einigen Zuschauen am Straßenrand. „Die junge Dame dort im blauen Kleid, die sieht einfach schick aus. Das würde ich auch anziehen“, meinte Evelyne Janßen. In dieselbe Richtung ging die Meinung von Monika Kivelip, die mit ihrem Mann Klaus auf Radtour war und vor dem dm-Laden anhielt.

Und am „Café Extrablatt“ hatten sich Drazana Ebert und Charlotta Wagner ihren Sitzplatz mit Blick auf den Zug gesichert. „Wir haben den schönsten König“, meinten sie mit Blick auf „ihren“ Markus Nothofer von St.-Michael-Saalhoff, dessen Thron sie angehören.

Der 31 Jahre alte Betriebsleiter stand dann tatsächlich am Ende im Fokus aller. Nach einem immer wieder von heftigen Schauern unterbrochenem Schießen sicherte er sich mit dem 246. Schuss die Stadtkönigswürde. „Ich freue mich, unsere Bruderschaft in Kamp-Lintfort repräsentieren zu dürfen“, sagte er und nahm vom Beigeordnetem Christoph Müllmann die Kette und einen Orden entgegen. „Und das zum 500-jährigen Bestehen unserer Bruderschaft 2020“, freute sich Brudermeister Dieter Dormann sehr.

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