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Kamp-Lintfort: Schüler reisen mit Beethoven ins Weltall

Kulturelle Bildung in Kamp-Lintfort : Schüler reisen mit Beethoven ins Weltall

Das Kinder- und Jugendmusikfestival Kloster Kamp hat bereits mehr als 8000 Schüler an die Musik herangeführt. Am Montag startet in Kamp-Lintfort die 14. Ausgabe. Auch in Moers und Neukirchen-Vluyn finden Projekte statt.

Da steckt Musik drin: Für die Viertklässler der Grundschule am Niersenberg in Kamp-Lintfort startet am Montag die Rakete zur Kosmoskirmes auf der Raumstation Semiton. Dort erwartet sie Beethoven. 100 Grundschüler aus Moers erfahren am 26. März im Martinstift alles über den berühmten Lausbub Haydn. Und die Sechstklässler der Gesamtschule in Neukirchen-Vluyn bringen am Freitag, 13. März, das Musical „Endlich! Elbphilharmonie“ auf die Bühne der Kulturhalle.

Seit 14 Jahren leistet das Kinder- und Jugendmusikfestival Kloster Kamp einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen in der Region. Seither hat das Education-Projekt des Kammermusikfests Kloster Kamp unter der Leitung von Festivalleiter Alexander Hülshoff und Organisatorin Jeannette von der Leyen mehr als 8000 Kinder im Alter zwischen fünf und 17 Jahren erreicht und ihnen vermittelt, wie verbindend und schön die Musik ist und wie süß der Erfolg schmecken kann, wenn sie den Mut aufbringen, auf die Bühne zu gehen und einmal selbst künstlerisch aktiv zu werden.

Auch 2020 dürfen dies Schüler aus Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn sowie Moers in drei Projekten erleben. In Kamp-Lintfort proben die Grundschüler am Niersenberg eine Woche lang unter der Leitung von Violinist Jörg Lengersdorf für das Familienkonzert „Raumstation Semiton“. Es ist das elfte Singspiel, das Lengersdorf für das Kinder- und Jugendmusikfestival entwickelt hat. Unterstützt wird er von renommierten Musikern wie Friedemann Pardall (Cello), Kai Schumacher (Klavier), Eike Sax (Saxofon) und Peter Härtel (Schlagzeug). Auf der Raumstation fristet Beethoven, dessen 250. Geburtstag 2020 gefeiert wird, sein Dasein und leidet an einer Schreibblockade. Die Kinder helfen ihm, die Musik und die „Beats“ wieder zu finden.

„Wir werden mit den Kindern Lieder einstudieren, einen Rap über den Fasanenkrater schreiben und Beethovens Neunte als Stabspiel aufführen“, berichtet der Musiker. Es sind insgesamt 78 Kinder beteiligt. In Neukirchen-Vluyn gastiert in der kommenden Woche das Projekt „Musical@School“ an der Gesamtschule. Es ist eine Kooperation mit der Stahlberg-Stiftung in Hamburg. Sie übernimmt zur Umsetzung des Projekts in Neukirchen-Vluyn 50 Prozent der Kosten. Die Sechstklässler trainieren mit Musical-Profis, um das Stück vor Eltern und Freunden erfolgreich aufzuführen.

„Nicht cool sein, sondern sich einbringen – das ist die Devise der gemeinsamen Woche“, betont Organisatorin Jeannette von der Leyen. Sie kann Erfolgsgeschichten berichten: „Für die Schüler ist es ein Schlüsselerlebnis. Sie leisten Außergewöhnliches und bekommen dafür sofort Anerkennung. Am Ende hält der ganze Jahrgang zusammen.“

Der Neukirchen-Vluyner Bürgermeister Harald Lenßen freute sich am Dienstag darüber, dass dieses musikalische Highlight auch 2020 wieder in Neukirchen-Vluyn aktiv ist, die Kunst und die Kultur in die Schulen bringt. Nach einer längeren Pause kehrt das Kinder- und Jugendmusikfestival auch nach Moers zurück. Das gelang in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro.

Beatrix Langenbeck-Schwich, Andreas Kaudelka, Guido Lohmann, Harald Lenßen, Jeannette von der Leyen, Eva Marxen, Jörg Lengersdorf und Heike Vellar (v.l.) freuen sich schon aufs Kinder- und Jugendmusikfestival. Foto: Anja Katzke

Am Donnerstag, 26. März, erleben Grundschüler im Kammermusiksaal des Martinstifts das szenische Kinderkonzert „Lausbub Haydn“ von Karl Böhmer. Es spielen Alexander Hülshoff (Cello), Meri Tschabaschwili (Klavier) und Schauspieler Boris Weber als Joseph Haydn. „Als die ersten beiden Vorstellungen in kürzester Zeit ausgebucht waren, haben wir eine dritte dazwischen geschoben“, sagt von der Leyen. Das Kinder- und Jugendmusikfest wird seit neun Jahren ohne öffentliche Förderung realisiert. Ermöglicht wird dies durch Sponsoren wie Volksbank Niederrhein, Stadtwerke Kamp-Lintfort, Bürgerstiftung Neukirchen-Vluyn sowie Lions Club und Rotary. 60 Prozent der Kosten wird durch den Förderverein Grancino getragen. „Das Festival macht Kindern Mut, auf die Bühne zu gehen und ihre Projekte zum Erfolg zu führen. Das unterstützen wir gerne“, erklärt Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank. Andreas Kaudelka betonte: „Das Programm ist ein Kleinod für die Region.“