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Kamp-Lintfort: Schüler entwickeln Modellautos mit Wasserstoff-Antrieb

Projekt im Green Fab Lab der Hochschule : Schüler entwickeln Modellautos mit Wasserstoff-Antrieb

Um die Energiewende ging es bei einem Projekt des Green Fab Lab der Hochschule Rhein-Waal. Schüler eines Physik-Leistungskurses stellten unter wissenschaftlicher Anleitung Fahrzeuge mit einem alternativen Antrieb her.

Ein Auto ohne Verbrennungsmotor haben Phil Krämer und Justin Schrik am Donnerstagnachmittag hergestellt. Die beiden 16-jährigen Schüler setzten eine Brennstoffzelle in einen Modellwagen, die aus zwei Gastanks gespeist wurde. Der eine war mit reinem Sauerstoff, der andere mit Wasserstoff gefüllt. „In der Brennstoffzelle entsteht daraus Strom und Wasser, ganz emissionsfrei“, berichteten die beiden Elftklässler. „Der Strom treibt einen Elektromotor an, und so das Auto.“

Am späten Nachmittag konnten die beiden, die den Leistungskurs Physik am Josef-Albers-Gymnasium Bottrop besuchen, ihr emissionsloses Fahrzeug in einem Rennen testen. Außerdem hielten sie ihr Projekt in einem kurzen Film fest. Mit diesem Rennen schloss der Workshop „Wasserstoff für Energiewende und Elektromobilität“ ab, zu dem die Hochschule Rhein-Waal ins Green Fab Lab auf dem Laga-Gelände eingeladen hatte. 15 Schüler waren dazu mit ihrem Lehrer Florian Wältring angereist.

Organisiert wurde der Workshop von Irmgard Buder, zum einen als Programmpunkt der Laga, zum anderen als Aktion während der zehntägigen „Talent-Tage Ruhr“, die am Samstag enden. Buder ist Professorin für Energie- und Elektromobilität an der Hochschule in Kamp-Lintfort. Mit einem kurzen Vortrag über Mobilität und Antriebsarten führte sie in den Workshop ein. Elektrofahrzeuge mit Batterien seien für Strecken bis zu 50, maximal 100 Kilometer günstig. „Dann werden die Batterien zu groß und zu schwer“, stellte die Professorin fest. „Die Energieeffizienz sinkt. Außerdem bleibt das Problem des Feinstaubs durch den Reifenabrieb.“ Für große Entfernungen seien eine Eisenbahn mit Elektroantrieb und Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb günstiger.

Buder sprach ein grundsätzliches Problem an: „Wasserstoff ist ein Gas, das gemischt mit Sauerstoff oder Luft hochexplosiv ist.“ Erst wenn Wasserstoff zum Beispiel an ein Öl gebunden werden könne, sei er ungefährlich, zum Beispiel beim Tanken. Die Wissenschaftlerin berichtete gleichzeitig vom großen Vorteil des Wasserstoffs. Elektrische Energie lasse sich nach der Elektrolyse von Wasser als Wasserstoff und Sauerstoff speichern. Das gelte auch für elektrische Energie, die heute nicht erzeugt werde, weil Windräder an Wochenenden oder nachts abgeschaltet seien, wenn bereits genügend Strom produziert würde.

Am Sonntag, 27. September, 11 Uhr, hält Professorin Irmgard Buder im Green Fab Lab einen Vortrag „Wasserstoff H2: Energie der Zukunft oder Sackgasse?“ Dem Vortrag schließt sich eine Fragerunde an. Das Green Fab Lab liegt im Nordosten des Laga-Geländes, unweit des Kinos.