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Kamp-Lintfort: Schatzkammer erstrahlt in neuem Licht

Spende für Kloster Kamp : Schatzkammer erstrahlt in neuem Licht

Die Stadtwerke Kamp-Lintfort ermöglichen die Anschaffung einer neuen Beleuchtung für die Schatzkammer des Museums Kloster Kamp. Die Exponate sind nun ins beste Licht gerückt.

Peter Hahnen ist sichtlich glücklich: „Unsere Besucher sehen endlich all das, was ich ihnen auf den Führungen im Museum erzähle: das zarte Hellblau der Messgewänder, das Glitzern des Brokates und die Feinheiten der Schneiderkunst auf den jahrhundertealten Gewändern. Vorher mussten sie es mir glauben, weil es bei den Lichtverhältnissen nicht klar zu erkennen war“, sagt der Geschäftsführer des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp begeistert. Zum 900-jährigen Bestehen von Kloster Kamp 2023 spendierten die Stadtwerke Kamp-Lintfort der „Schatzkammer“ des Museums, die sich im oberen Stockwerk am Abteiplatz 24 befindet, eine neue Beleuchtung in energiesparender LED-Technik: 51 Strahler, gefasst in Alu-Guss-Gehäusen und ausgestattet mit Kühleinheiten. Die alte Beleuchtung, Scheinwerfer auf Halogen-Basis, war in die Jahre gekommen.

Sie stammte aus der Zeit, als das Museum vor 15 Jahren unter der Federführung der Museumsexperten des Landschaftsverbandes Rheinland neu konzipiert und modernisiert wurde. „Die Strahler waren damals Stand der Technik. Sie heizten sich aber zu sehr auf“, berichtet Peter Hahnen am Mittwoch bei der Präsentation der neuen Beleuchtung und erläutert: „LED arbeiten nicht mit Hitze.“ Die Stadtwerke Kamp-Lintfort, die in diesem Jahr selbst das 25-jährige Bestehen feiern, hatten bereits 2016 den Austausch der Beleuchtung im Erdgeschoss durch eine finanzielle Spende ermöglicht. Peter Hahnen wendete sich einmal mehr an die Stadtwerke und stieß bei den Geschäftsführern Andreas Kaudelka und Nachfolger Frank Rattmann auf offene Ohren.

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„Das Kloster Kamp mit seiner Schatzkammer ist ein Kleinod für Kamp-Lintfort“, begründete Kaudelka, warum die Stadtwerke das Projekt finanziell unterstützten – in einer auf dem Energiesektor schwierigen Zeit. Die Stadtwerke gaben 6000 Euro, ein Privatmann legte laut Peter Hahnen „noch eine Schippe drauf“, so dass die Kosten in Höhe von 9000 Euro gedeckt waren. „Auch privates Engagement ist für unser Zentrum Kloster Kamp sehr wichtig“, betonte der Geschäftsführer. Denn aus dem zur Verfügung stehenden Budget von Stadt, Bistum und Kreis Wesel wären solche Anschaffungen auf dem Kamper Berg nicht zu stemmen. Die Einrichtung lebt vor allem von dem ehrenamtlichen Engagement, mit dem sich mehr als 100 Frauen und Männer einbringen – im Spendencafé, als Gästeführer oder im Museum.

„Gerade dieses Engagement ist unterstützenswert“, betonte Andreas Kaudelka. Die Schatzkammer beherbergt viele wertvolle Exponate von Kloster Kamp: die mittelalterlichen Handschriften aus dem Skriptorium und liturgische Gewänder. Kostbarer Höhepunkt der Präsentation ist das Kamper Antependium aus dem 14. Jahrhundert.

Auch Kelche sind ausgestellt: „Im neuen Licht kann man jetzt auch sehen, wie abgenutzt sie sind und wie oft sie geputzt wurden“, betont Hahnen und zeigt einen aus dem 15. Jahrhundert. „Damals nutzten die Zisterzienser noch Kelche mit einem hohen Silberanteil, der Goldanteil war verschwindend gering. Das änderte sich schon ein Jahrhundert später. Die Zisterzienser konnten sich schon bald mehr leisten“, erzählt Peter Hahnen und freut sich schon darauf, den Besuchern auch diese Geschichte zu erzählen.