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Kamp-Lintfort: René Schneider läutet den Wahlkampf ein

Landtagswahlkampf in Kamp-Lintfort : René Schneider läutet Wahlkampf ein

Der Abgeordnete hat am Freitag seine Wahlkampfstrategie vorgestellt. Der Kamp-Lintforter kandidiert am 15. Mai erneut für ein Mandat im Landtag. Er möchte die Bürger in analogen und digitalen Formaten erreichen.

In gut sechs Wochen wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Für René Schneider, der am 15. Mai erneut für die SPD um ein Mandat kandidiert, beginnt die heiße Wahlkampfphase. Dabei sieht sich der Politiker aus Kamp-Lintfort wie alle Kandidaten vor besondere Herausforderungen gestellt: Die Corona-Pandemie dauert an, der Krieg in der Ukraine bereitet auch den Bürgern in seinem Wahlkreis Sorgen. „Wie kann Wahlkampf in Zeiten der Krise funktionieren?“ Diese Frage hat Schneider und sein Team in den vergangenen Wochen beschäftigt. „Es stehen alle anderen Themen im Schatten“, sagt der Politiker, der seit 2012 im Landtag vertreten ist. „Die Sorgen vor Krieg, Inflation und steigenden Energiepreisen können wir im Land nur bedingt lösen. Wir können aber den Menschen aus der Ukraine ein Zuhause geben“, betont er.

Um den Wählern dennoch seine Themen zu vermitteln und näherzubringen, plant er sowohl analoge als auch digitale Begegnungen in seinem Wahlkreis, der neben Kamp-Lintfort auch Xanten, Rheinberg, Alpen, Sonsbeck sowie Voerde umfasst. Dort bewirbt sich der Politiker nach der Wahlkreisreform im Jahr 2021 erstmals um die Stimmen der Bürger. Ein Fokus, erklärte Schneider am Freitag, werde auf dem Online-Wahlkampf liegen. „Wegen Corona bleibt es dabei“, sagt er. In der Geschäftsstelle an der Freiherr-vom-Stein-Straße in Kamp-Lintfort hat sein Wahlkampfteam ein professionelles Studio mit Kameras und Greenscreen eingerichtet, um dort Interviews und andere Formate aufzuzeichnen. Mit Fotos und Bewegtbildern will Schneider in den sozialen Medien präsent sein, für sich und seine Positionen werben.

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Unterstützt wird er von Christiane Stark. Sie ist die Online-Fachfrau in seinem Wahlkampfteam, das von Hannah Bollig geleitet wird. Doch auch analog soll der Wahlkampf in den Städten und Gemeinden sein. Mit einer zwei Meter hohen roten Litfaß-Säule möchte Schneider die Menschen beispielsweise ansprechen und informieren, auch über QR-Codes. Startpunkt ist in Voerde. René Schneider hat das Musik-Taxi des Saxofonisten Lars Wockenfuss engagiert, um so die Werbetrommel zu rühren. In Kamp-Lintfort ist es am Dienstag unterwegs. In der nächsten Woche startet außerdem die Plakatierung an 600 Standorten. Auch Brückenbanner sollen in diesem Wahlkampf erstmals zum Einsatz kommen, insbesondere in Voerde, berichtet Schneider.

Für den 1. Mai lädt der Abgeordnete/Kandidat zum Frühlingsempfang mit Jubilarehrungen in den Schirrhof nach Kamp-Lintfort ein. Seine Strategie setzt aber auch auf klassische Wahlkampfformate wie Infostände und an der Haustür. Dort möchte der gelernte Journalist die selbst konzipierte Zeitschrift „Morgen“ überreichen, in der er über zehn Jahre Landtagserfahrung berichtet. Der begeisterte Wanderer stellt darin auch Wanderrouten und Rezepte vor. Postkarten mit Motiven aus dem Wahlkreisen sollen an den Infoständen verteilt werden. Inhaltlich sieht sich Schneider für die Fragen seiner Wähler gut gerüstet – auch in Zeiten, in denen die Positionen der Parteien sich immer mehr annähern. „Ich glaube, bei den Themen, die die Menschen beschäftigen, vor der Lage zu sein“, sagt der Politiker. „Ob Kiesabbau, Salzbergbau, Krankenhaus-Verordnung, Starkregen-Ereignisse oder Sondermülldeponie Eyller Berg – ich bin in vielen Themen so lange unterwegs, dass meine Positionen dazu meistens die Originalen sind.“

Was den Kiesabbau betrifft, stellte er am Freitag seine Strategie für den Ausstieg vor: „Der Kiesausstieg ist der einzige Weg, um dauerhaft Felder, Wiesen und Äcker am Niederrhein vor dem Raubbau zu retten. Doch wie kann das gelingen, wenn wir trotzdem weiter bauen wollen?“ In den vergangenen Wochen und Monaten habe er deshalb mit Fachleuten gesprochen und Forscher interviewt. „Das Fazit: Es geht, aber der Weg ist lang. Darum müssen wir uns jetzt aufmachen“, sagte Schneider. „Mit Recycling, Alternativen, Umbau statt Neubau und Sparsamkeit in unserem Umgang mit Ressourcen, also R.A.U.S., wird uns der Ausstieg gelingen.“