Kamp-Lintfort - Quartiersmanager berät bei energetischer Sanierung von Häusern

Energetische Hilfe in Kamp-Lintfort : Er hilft Hausbesitzern, Geld zu sparen

Severin Spätling ist neuer Quartiersmanager für die energetische Sanierung von Häusern.  „Oft können schon kleine Maßnahmen  viel bringen“, sagt er. Die Beratung bei ihm ist kostenlos.

Vor allem Hausbesitzer, die noch mit Kohle heizen, kommen zurzeit zu Severin Spätling. „Ende des Jahres läuft das System der Deputatkohle aus“, sagt der Quartiersmanager für die Energieberatung. „Die Hauseigentümer wollen auf andere Energien umstellen, weil sie nicht mehr jeden Winter in den Keller gehen wollen, um Kohle zu schaufeln.“ Er berät sie individuell. „Wenn Gas- oder Fernwärmeleitungen in der Nähe liegen, können sie auf Gas oder Fernwärme umsteigen“, sagt er. „Die Pläne, wo die Leitungen liegen, habe ich hier. Außerdem kann ich in einem Solarkataster sehen, ob es sinnvoll ist, Sonnenenergie zu nutzen, entweder über Photovoltaik oder Solarthermie.“

Seit Anfang Oktober ist der 30-jährige Master der Geographischen Stadtforschung Quartiersmanager für die Energetische Sanierung in Kamp- Lintfort. So heißt seine Stelle offiziell, die im Juli eingerichtet wurde und zunächst von Quartiersmanager Jan van Leeuwen besetzt war. Am Montag und am Mittwoch ist der neue Berater jeweils von 13 bis 17 Uhr im Quartiersbüro Sanierungsmanagement zu finden, das in der Geschäftsstelle der Werbegemeinschaft an der Friedrichstraße 7 liegt. „Telefonisch können mich die Hauseigentümer auch an allen anderen Wochentagen erreichen“, betont er.

Obwohl die Umstellung von der Kohle zurzeit ein großes Thema ist, steht die energetische Sanierung von alten Ein- und Mehrfamilienhäusern im Mittelpunkt der Erstberatung. Je nach Alter, Art und Größe, teilt der Quartiermanager Immobilien in acht Typen ein. Damit kann er überschlägig berechnen, wie viel zum Beispiel eine Außendämmung der Fassade, eine Dämmung des Daches, eine Erneuerung der Fenster, eine Dämmung der Kellerdecke oder eine Umstellung auf Fernwärme kostet. „Oft können schon kleine Maßnahmen viel bringen“, sagt der Berater. „Eine Kellerdecke zu dämmen, rechnet sich bei bestimmten Gebäudetypen nach rund acht Jahren. Zudem können Hauseigentümer die Dämmung selbst anbringen, wenn sie handwerklich geschickt sind.“

Die Beratung bei Severin Spätling ist kostenlos, weil er über ein Projekt bei Innovation-City Kamp-Lintfort angestellt ist, das von der Stadt, den Stadtwerken Kamp-Lintfort, dem Abfallentsorgungszentrum Asdonkshof und der RAG Immobilien getragen wird. Geld fließt außerdem über Fördermittel von Land und Bund, weil weniger Kohlenstoffdioxid in die Luft gelangt und so das Klima geschützt wird, wenn Immobilien energetisch ertüchtigt werden. Zudem können Häuslebauer günstige Finanzierungen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten, wenn sie Maßnahmen umsetzen.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und kann um zwei Jahre verlängert werden. Das Gebiet, das Spätling betreut, reicht von der Lintforter Siedlung über die Ostpreußensiedlung, die Pauenschen Siedlung und die Beamtensiedlung am Pappelsee bis zum Geisbruch.

„Meine Beratung ist eine Erstberatung“, sagt der neue Berater. „Ich vermittle dann gerne an die passenden Stellen weiter, zum Beispiel an die Stadtwerke Kamp-Lintfort oder die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.“ Auch weitere Schritte können kostenneutral sein oder bezuschusst werden, beispielsweise eine energetische Untersuchung einer Immobilie. Diese kann zum Beispiel von Akke Wilmes von der Verbraucherzentrale vorgenommen werden, der ab November jeden zweiten Donnerstag im Monat von 9 bis 12 Uhr im Quartiersbüro an der Friedrichstraße zu erreichen ist. Interessierten Immobilienbesitzern, die vorher einen Termin vereinbaren, steht er für weitreichende technische Energieberatung bereit.

Quartierbüro für energetisches Sanierungsmanagement an der Friedrichstraße 7 in der Geschäftsstelle der Werbegemeinschaft, Severin Spätling, Telefon 02842 932-9987, Akke Wilmes, Telefon 0281 4736-8415.

Mehr von RP ONLINE