Geburtsvorbereitung in Kamp-Lintfort Hebamme eröffnet Praxis in Kamp

Kamp-Lintfort · Sabine Stockhorst-Bodenstein hat in Kamp-Lintfort ihre Hebammenpraxis eröffnet. Sie bietet werdenden Eltern in ihrer Hebammensprechstunde eine ambulante Betreuung an. Warum das Angebot für die familienfreundliche Hochschulstadt so wichtig ist.

Knapp drei Jahrzehnte Berufserfahrung bringt Sabine Stockhorst-Bodenstein mit. Hauptberuflich ist sie im Gelderner St. Clemens-Hospital auf der Geburtsstation beschäftigt.

Knapp drei Jahrzehnte Berufserfahrung bringt Sabine Stockhorst-Bodenstein mit. Hauptberuflich ist sie im Gelderner St. Clemens-Hospital auf der Geburtsstation beschäftigt.

Foto: Norbert Prümen

Sabine Stockhorst-Bodenstein ist in ihrem Element. Die Hebamme hat am Wochenende ihre Praxis am Klostergarten in Kamp eröffnet. Für angehende Mütter eine bekannte Adresse, denn von Kollegin Katrin Quinders hat sie die Räumlichkeiten übernommen. Warm und weich ist der angesagte Boho-Stil, den sie in den Praxisräumen nach ihren Vorstellungen umgesetzt hat. Eine behagliche Atmosphäre empfängt die Gäste. Wohlfühlen ist für sie das A und O, das sich vor allem bei den angehenden Müttern positiv niederschlagen soll. „Ich bin Ansprechpartnerin sobald ein positiver Schwangerschaftstest vorliegt, biete eine Wochenbettambulanz und begleite bis zum Ende der Stillzeit“, sagt die 49-Jährige.

Knapp drei Jahrzehnte Berufserfahrung bringt Sabine Stockhorst-Bodenstein mit. Hauptberuflich ist sie im Gelderner St. Clemens-Hospital auf der Geburtsstation beschäftigt. Den reichen Erfahrungsschatz angefangen von Wochenbettambulanz, über Schwangerschaftsvorsorge Akupunktur, Kinseo Taping, Lasertherapie bis Babymassagen bietet sie nach Termin in Beratungs- und Sprechstunden an. Ein gebündeltes Angebot, das sie in den Räumen am Klostergarten, an der Rheinberger Straße 104a, macht. Der Zuspruch ist bereits gut. Als Hebamme besetzt sie mit dem ambulanten Angebot eine Nische, denn ihr Berufsbild ist wegen des starken Fachkräftemangels spärlich besetzt.

Hinzu kommt die Problematik der Berufshaftpflichtversicherung mit hohen Prämien, die bei freiberuflichen Berufskolleginnen sich als kaum schaffbare Hürde präsentieren. Hausgeburten bietet Sabine Stockhorst-Bodenstein nicht an, sondern empfiehlt die Geburtskliniken in den Nachbarkommunen wie Moers und Geldern. In ihrer Berufstätigkeit hat sie 1600 bis 1800 kleinen Erdenbürgern auf die Welt geholfen. „Ich schätze die Zahl so hoch ein. Vielleicht waren es auch mehr“, meint sie im Rückblick.

Zu manchen Müttern und ihren Kindern pflegt sie bis heute noch den Kontakt. „Daraus sind Freundschaften entstanden“, sagt die Hebamme, die selber dreifache Mutter ist. Im Beruf der Hebamme geht sie auf, bringt Einfühlungsvermögen, Herz und Geduld mit. „Weil ich das Wunder der Geburt erleben darf. Keine Geburt ist wie die andere. Ich entwickle sofort eine positive Verbindung, die lange bleibt. Ich freue mich, wenn ich die Entwicklung der Kinder sehe, die ich dann weiterhin in meinen Kursen erlebe“, so die 49-Jährige.

Unterstützung erfährt sie in der Praxis am Klostergarten unter anderem durch Kollegin Alla Özbek, die als Hebamme beispielsweise zur Geburtsvorbereitung und Rückbildung Kurse anbietet. Für die Hochschulstadt Kamp-Lintfort, die als familienfreundliche Zuzugsstadt für sich wirbt, ist dieses Angebot wichtig. „Für uns eine Bereicherung“, erklärt Bürgermeister Christoph Landscheidt, der auf die angespannte Situation hinweist.

Das Kamp-Lintforter St.-Bernhard Hospital hat schon lange keine Geburtsklinik mehr. Daher sei es auch für angehende Eltern schwer, eine entsprechende Begleitung während der Schwangerschaft und darüber hinaus zu finden. Entsprechend angespannt ist auch die Lage bei der Suche nach Kinderärzten, wie andere junge Familien bestätigen. „Der Fachkräftemangel macht sich stark bemerkbar. Umso mehr freuen wir uns über das Angebot der Hebammenpraxis am Klostergarten“, so Landscheidt.

Kleiner Nebeneffekt: Durch das Angebot von Sabine Stockhorst-Bodenstein darf in Geburtsurkunden die Stadt Kamp-Lintfort bald wieder als Geburtsort vermerkt werden. „Wir freuen uns über dann gebürtige Kamp-Lintforter Erdenbürger“, sagt Christoph Landscheidt mit einem Augenzwinkern.

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