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Kamp-Lintfort: Nach der Laga startet die Herbstpartie

Kultur in Kamp-Lintfort : Nach der Laga startet die Herbstpartie

Kulturausschuss gibt am Mittwoch grünes Licht für neues Veranstaltungsformat in den Gärten von Kloster Kamp.

An drei Tagen im September 2021 will Veranstalter Reno Müller in den Gärten von Kloster Kamp eine Mischung aus hochwertigem Kunsthandwerk, Gastronomie und Musik anbieten. In der Sitzung des Kulturausschusses zeigte sich der Unternehmer aus Krefeld überzeugt, dass die Herbstpartie als neues Format mehr als 10.000 Besucher auf den Kamper Berg locken werde. Erfahrung bringt Müller reichlich mit: Seit 2004 veranstaltet er Lifestyle-Märkte in historischen Gartenanlagen und vor idyllischen Kulissen wie zum Beispiel die Schlösser Rheydt, Morsbroich und Eller sowie die Festung Ehrenbreitstein. „Wir bieten mit unseren Veranstaltungen den Menschen in ihrer Region ein Erlebnis und die Möglichkeit, mal einen Tag lang an besonderen Locations auszuspannen“, erklärte Reno Müller am Mittwoch bei einer Ortsbesichtigung im Terrassengarten.

Die Marktbeschicker, die der Unternehmer auf seine Märkte einlädt, bieten ihre Waren in weißen Pagodenzelten an, darunter seien junge Modelabels, Schmuckdesigner und kleine Manufakturen. Dazu soll ein gastronomisches Angebot fernab von Pommes und Currywurst serviert werden. „Es wird Walking-Acts und Live-Musik geben“, berichtete der Veranstalter. Dass die erste Herbstpartie gleich im Jahr nach einer Landesgartenschau stattfindet, damit hat Müller gute Erfahrungen gemacht. „Das ist für unser Konzept genau richtig. Wir sind zum Beispiel der Bundesgartenschau in Koblenz gefolgt.“ Kulturdezernent Christoph Müllmann zeigte sich vor der Sitzung überzeugt, dass das vorgeschlagene Format gut in den Kulturkalender der Stadt Kamp-Lintfort passt. Das sahen die Mitglieder des Kulturausschusses am Mittwoch ebenso und gaben ihre Zustimmung. Die Stadtverwaltung wird jetzt mit Reno Müller einen Pachtvertrag für die drei Tage in den Gärten des Klosters Kamp schließen.

Das im Ausschuss vorgelegte Kulturprogramm für 2020/2021 stieß auf große Resonanz. Ausschussvorsitzender Norbert Thiele ließ sich sogar dazu hinreißen, Kamp-Lintfort als Kulturhauptstadt der Region zu bezeichnen. Ein Höhepunkt wird dieses Jahr die Extraschicht sein, an der sich Kamp-Lintfort seit 2013 erstmals wieder beteiligen wird. „Aber unter ganz anderen Rahmenbedingungen“, betonte Petra Niemöller, Leiterin des Kulturbüros. „Vor sieben Jahren bestand auf dem Areal noch Bergrecht“, erinnerte sie. Das Programm steht bereits und ist ein Mix aus Führungen, Walking-Acts, Comedy und Musik. Höhepunkt wird am Samstag, 28. Juni, eine Licht- und Klanginstallation um Mitternacht sein. Das neue Infozentrum Stadt und Bergbau wird geöffnet, die Fahrt hinauf auf die Aussichtsplattform des Förderturms in der Nacht gratis sein.

Petra Niemöller freute sich am Mittwoch besonders darüber, wie gut das Sevengardens-Netzwerk in Kamp-Lintfort blüht. Dahinter steht das von dem Essener Künstler Peter Reichenbach angestoßene kulturelle Bildungsprojekt. „Es sind im vergangenen Jahr an vielen Stellen neue Färbergärten entstanden. Kitas und Schulen machen mit.“