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Kamp-Lintfort: Manga-Nacht am Schirrhof trifft den Nerv

Nachtfrequenz in Kamp-Lintfort : Manga-Nacht am Schirrhof trifft den Nerv

1000 Besucher kamen, nahmen teilweise längere Anreisen in Kauf. Die Veranstaltung kam sehr gut an. Im Rahmen der landesweiten „Nachtfrequenz“ führte sie die Träger der freien Jugendarbeit eng zusammen.

Schon eine halbe Stunde bevor die erste Manga- und Cosplay-Nacht am Samstag um 16 Uhr öffnete, bildete sich eine lange Schlange, die bis zum Schirrhof reichte. So füllte sich das Gelände um das markante Backsteingebäude an der Friedrich-Heinrich-Allee schnell. Gut 400 Besucher ließen sich von japanischen Comics und Helden der Filmwelt faszinieren, viele davon junge Besucher mit ihren Eltern. Nicht wenige waren verkleidet wie ihre Vorbilder. Da im Laufe der Veranstaltung die Besucher zwei bis dreimal wechselten, kamen insgesamt rund 1000 zur Premiere des neuen Formats.

„Wir haben genau den richtigen Riecher gehabt, den Nerv getroffen“, freute sich Ralf Müller über die vielen Besucher. Als Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit der Stadt sowie Manga-, Comic- und Filmfan hatte er die Idee gehabt, etwas Außergewöhnliches anzubieten, als klar war, dass Kamp-Lintfort zum ersten Mal bei der landesweiten „Nachtfrequenz – Nacht der Jugendkultur“ mitmachen würde. Zur Premiere gab es gleich drei Neuerungen, eine davon stadtweit, zwei davon landesweit. Erstmals arbeiteten die fünf Träger der offenen Jugendarbeit in Kamp-Lintfort bei einem größeren Projekt eng zusammen. „Wir haben uns in einem Arbeitskreis getroffen“, berichtete Milan Djuric, Leiter des SCI-Jugendcafés an der Moerser Straße. „Alle bieten unterschiedliche Dinge, die sich ergänzen.“

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Das SCI-Jugendcafé lud zum Beispiel ein, Graffiti selber zu sprühen. „Die Kinder und Jugendlichen wollten gar nicht aufhören“, erzählte der Leiter des SCI-Jugendcafés. „Sie haben die Tafeln vorne und hinten besprüht.“ Parallel dazu sprayte Thomas Panzer aus Kaarst, als Sprayer „Mad One“ ein großes Bild, das Spiderman und den Bösewicht Venom zeigte. Nebenbei brachte er Jugendlichen in einem Workshop nahe, mit den Sprayflaschen Kunst entstehen zu lassen. Die Kleine Offene Tür Gestfeld bot Pen-and-Paper-Rollenspiele an, CEC-Connect einen Escape Room zur Rätsel- und Schatzsuche sowie der Jugendkulturverein Ka-Liber ein Wunschboard. Dort konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene festhalten, welche Dinge sie sich in der Stadt wünschen. Ferner hatte die Mobile Jugendarbeit zu Manga und Cosplay eingeladen, um damit landesweit für eine Neuerung zu sorgen. Bei der „Machfrequenz“, bei der diesmal 100 Städte teilnahmen, wurde noch nie der Schwerpunkt aus Manga und Cosplay gesetzt, sondern ist sonst vor allem bei HipHip, Breakdance und Graffiti zu finden. Außerdem sprach die „Nacht der Jugendkultur“ bewusst nicht nur Jugendliche an, sondern auch Kinder im späten Grundschulalter. Das war landesweit ebenfalls eine Neuerung.

Möglich war das durch gute Kontakte, die Ralf Müller in der Manga-, Cosplay- und Comic-Szene hat. So kennt er zum Beispiel Alexandra Völker persönlich, die bundesweit zu den bekanntesten Manga-Comic-Zeichnerinnen gehört. „Das ist meine erste Manga-Messe seit eineinhalb Jahren“, sagte die Kommunikationsdesignerin mit Schwerpunkt Illustration, die ihr Hobby, das Manga-Zeichnen, zu ihrem Beruf gemacht hat. Sie bot Workshops im Manga-Zeichnen an, an denen neben Kindern aus Kamp-Lintfort auch aus Ratingen oder Mettmann teilnehmen.

„Die Resonanz auf die Veranstaltung war sehr gut“, sagte Ralf Müller. Ob es nach der Premiere zu einer zweiten Ausgabe komme, hänge von der Finanzierung ab.