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Kamp-Lintfort: Lisa Feller kommt gerne von Höcksken auf Stöcksken

Kabarett in Kamp-Lintfort : Lisa Feller kommt gerne von Höcksken auf Stöcksken

(rauh) „Lisa, du kommst ja jetzt öfter … im Fernsehen“ – dieser Satz der Bäckereifachverkäuferin ihres Vertrauens brachte Lisa Feller im heimischen Münster auf die Idee zum Titel ihres aktuellen Programms.

So erzählt sie es jedenfalls auf der Bühne der Stadthalle im Kamp-Lintfort.

Tatsächlich kennen viele ihre Stand-up-Comedy-Nummern aus diversen TV-Formaten. Auch als Moderatorin oder Quiz-Kandidatin ist sie mit ihrer witzigen Art gerne gesehen. Mitten aus dem Leben kommen die Geschichten, die sie auf der Bühne erzählt und in denen sich die Menschen wiederfinden. Und so ist auch ihr Publikum ein bunter Querschnitt der Gesellschaft und besteht keineswegs nur aus Frauen mittleren Alters. Es ist, als würde eine Freundin Dönekes aus ihrem Leben erzählen. Nur tun das Freundinnen natürlich nicht zwei Stunden am Stück. Sie kommt dabei auf erstaunlich elegante Weise von Höcksken auf Stöcksken und auch wieder zurück. Und dabei hängt man an ihren Lippen, amüsiert sich über ihre Mimik, Gestik und Stimmvariationen und fühlt sich köstlich unterhalten.

Fellers Erfahrungsschatz speist sich zum großen Teil aus ihrem Dasein als alleinerziehende Mutter zweier Söhne, zurzeit 8 und 12 Jahre alt. Schon acht und zwölf, denn das bedeutet, sie kommt jetzt inzwischen öfter … mal raus. Aber andererseits auch wieder, wir kennen es alle … zu nix! Viele Konventionen gehen ihr auf die Nerven, so der obligatorische Kindergeburtstag, bei dem sich Mütter gegenseitig übertrumpfen. Und so ein Besuch mit einer Kinderschar im „Spaßbad“ ist auch nicht der reinste Spaß. Da ärgert man sich über müffelnde Menschen und nasse Böden in Umkleidekabinen und fragt sich, wieso Männer meinen, mit einer möglichst großen „Arschbombe“ ihre Männlichkeit zu beweisen. Männer, natürlich … werden liebevoll durch den Kakao gezogen, denn Kaffee ist nicht Fellers Ding. Leider, denn so verpasst sie die Gelegenheit, mit einem Cappuccino in der Hand von einem Latin Lover angerempelt zu werden. Wirklich böse geht Feller nicht mit den Herren der Schöpfung ins Gericht. Schließlich erlebt sie gerne amouröse Abenteuer, auch wenn sie dabei von nichtigen Anrufen des Nachwuchses gestört wird. Auch singt sie ein Loblied auf die Freundlichkeit, die sie ausgerechnet beim Telefongespräch mit dem sächsischen Mitarbeiter der Handy-Hotline erlebt. Und wenn doch mal alles zu viel wird, zum Beispiel beim Warten am Pfandflaschen-Automaten, dann kann sich frau immer noch mit Yoga in Gelassenheit üben. Mit Humor geht sowieso alles besser, das zeigt sich auch bei vermurksten Nachrichten an den Geschichtslehrer oder beim Umgang mit der Nachbarin, deren Sohn Sören mit seinem Blockflötenspiel die Maulwürfe vergrämen könnte. Nach dem wilden Ritt durch die Tücken des Alltags gibt Feller sogar noch als Zugabe eine Nummer, die sie sich aus dem Publikum zurufen lässt. Ein Beweis für ihre Beliebtheit und dass man sich auch noch über die Storys amüsiert, wenn man sie schon kennt. Großer Applaus für die sympathische Komikerin.