1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Kamp-Lintfort: Lineg legt ihre Umweltziele für 2021 fest

Gewässer-Bewirtschaftung in Kamp-Lintfort : Lineg legt ihre Umweltziele für 2021 fest

Der Klimawandel, die Gewässer-Bewirtschaftung und ein Pilotvorhaben zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm beschäftigen aktuell die Genossenschaft mit Sitz in Kamp-Lintfort.

Die Lineg hat ihre Umweltziele für das Jahr 2021 festgelegt. Fast 40 Vorhaben sollen im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses umgesetzt werden. Die hausinterne Abstimmung hat Umweltkoordinatorin Claudia Brandstätter übernommen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören laut Genossenschaft unter anderem die weitere Steigerung der Gas- und Eigenstromproduktion an Kläranlagen, fortführende Betriebsoptimierungen von Pumpanlagen, die naturnahe Umgestaltung von ufernahen Flächen an Gewässern und Beteiligungen an Forschungsvorhaben im Bereich des Umweltschutzes sowie eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung von regenerativen Energiequellen an ausgewählten Standorten.

Die Umweltziele seien fester Bestandteil des Umweltmanagement-systems „Emas“. An dieser regelmäßigen Überprüfung des betrieblichen Umweltschutzes beteilige sich die Genossenschaft freiwillig seit dem Jahr 2003, damals als erster Wasserwirtschaftsverband in Nordrhein-Westfalen, heißt es im Newsletter der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft. Zuletzt sei die Lineg im Herbst 2020 von einem externen Umweltgutachter kontrolliert worden – und das „Emas“-Gütesiegel zum wiederholten Mal bestätigt worden. Der Klimawandel sei längst auch im Verbandsgebiet der Lineg angekommen. Die wochenlange Trockenheit in den beiden vergangenen Sommern sowie mehrere lokale Starkregenereignisse in den zurückliegenden Jahren seien nur zwei Beispiele für mögliche Folgen. Die klimatischen Veränderungen erforderten auch eine neue Strategie bei der Bewirtschaftung von Gewässern, teilt die Genossenschaft in ihrem Newsletter mit. Die Lineg habe darauf mit der Gründung des Fachbereichs 230: Operatives Gewässermanagement reagiert.

  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Kamp-Lintfort wissen müssen
  • Wahllokale, Parteien, Kandidaten : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Xanten wissen müssen
  • Frank Schellberg, Michael Schlieper, Mehmed Sehvoic
    Tourismus in Kamp-Lintfort : Erste Radstation öffnet am Schirrhof

Die neue Abteilung sei ein Zusammenschluss der bisherigen Bereiche Gewässerbetrieb, Gewässerunterhaltung und Arbeitsvorbereitung Gewässer. Das Team von 22 Kollegen sowie zurzeit vier auszubildenden Wasserbauern werde von der Bauingenieurin Lena Horn geleitet.

Früher sei das oberste Ziel von Gewässerpflege gewesen, den ausgebauten Zustand, aufrecht zu erhalten, damit Wasser schnell und sicher abfließen kann. Ein sicherer Abfluss, sprich ein Schutz vor unkontrollierten Überflutungen, sei immer noch das wichtigste Ziel – daneben spiele heutzutage auch die Ökologie eine entscheidende Rolle. Die naturnahe Umgestaltung von Gewässern, um Pflanzen und Tieren einen ökologisch wertvollen Lebensraum zu bieten, erbebe sich aus den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Auch das Forschungsprojekt „Amphore“ nehme konkrete Formen an. Bei dem Pilotvorhaben geht es um die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm. Daran beteiligt sind fünf Wasserwirtschaftsverbände aus NRW, darunter die Lineg, sowie Wissenschaftsinstitute aus ganz Deutschland, gefördert wird es durch das Bundesforschungsministerium.

Mit Beginn der Planungsphase einigten sich die beteiligten Partner auf das Rückgewinnungsverfahren, das in der Demonstrationslage in Bottrop ausprobiert werden soll, die 2023 in Betrieb gehen soll: auf das „Parforce“-Verfahren, einem nasschemischen Verfahren, das an der TU Bergakademie Freiberg entwickelt wurde.