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Kamp-Lintfort: Kurzwaren gibt es bei Doris Klockner

Auf dem Wochenmarkt in Kamp-Lintfort : Kurzwaren gibt es bei Doris Klockner

Die Marktbeschickerin bietet immer samstags an ihrem Stand eine Vielzahl an Haushaltshelfern an. Ans Aufhören denkt die 76-Jährige nicht.

Vier Monate lang durfte Doris Klockner während der letzten besonders strikten Corona-Schutz-Maßnahmen mit ihrem Kurzwarenstand nicht auf den Markt, doch jetzt ist sie wieder da. „Das war eine schwere Zeit für mich“, erinnert sich die 76-jährige Mülheimerin. Da sei sie manchmal einfach „nur“ zu Besuch auf den ihrer Wohnung am nächsten benachbarten Markt nach Neumühl gegangen, um wenigsten ein wenig mit den Kollegen plaudern zu können: „Ich mache das ja jetzt schon über 30 Jahre. Der Markt ist für mich inzwischen eine Art zweites Zuhause.“

Doris Klockner ist trotz ihres Alters immerhin noch vier Tage die Woche unterwegs, und zwar dienstags in Hamborn, mittwochs und freitags in Neumühl und samstags auf dem Kattenplatz in Kamp-Lintfort. Dass der vor einiger Zeit noch auf dem Ebertplatz beheimatete Markt nach seinem Umzug sehr viel kleiner geworden ist, findet sie nicht weiter schlimm. Hier sei zwar alles ein wenig enger, dafür aber auch sehr viel familiärer. Und ihre Kundschaft habe sich ebenfalls nicht groß verändert. „Meine Waren sind halt zeitlos“, sagt die Händlerin und lächelt.

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Das stimmt. Doris Klockner hat an ihrem Stand neben so klassischen Kurzwaren wie Nähnadeln, Reißverschlüssen, Knöpfen und Bändern nämlich noch allerlei weitere nützliche Haushaltshelfer zu bieten. So findet man bei ihr unter anderem Kämme, Handbürsten, Schwämme und jene berühmten Solinger Haushaltsmesser, auf die schon unsere Großmütter beim Kartoffelschälen geschworen haben.

Doris Klockner hat in einem damals noch sehr viel umfangreicher als heute ausgestatteten Textilgeschäft eine Lehre als Einzelhandelskauffrau absolviert, war also, bevor sie vor 30 Jahren auf Empfehlung eines Bekannten ins Marktgeschäft einstieg, schon entsprechend fachlich versiert. Eine Entscheidung, die sie bis heute niemals bereut hat. Und das, obwohl sie – inzwischen verwitwet – ihren gut sieben Meter langen Verkaufsanhänger an jedem Markttag alleine auf- und wieder abbauen muss. „Da ist doch nichts dabei“, erklärt sie. „Das bin ich doch gewohnt.“ Auch dass sie an diesen Tagen jedes Mal um spätestens vier Uhr morgens aufstehen muss, macht der 76-Jährigen nach ihrer eigenen Aussage nicht viel aus.

Darüber hinaus fährt sie alle 14 Tage zu einem Großhandelsbetrieb in Essen, um ihren Warenbestand ständig auf dem neuesten Stand zu halten. Auf die Frage, ob sie denn nicht manchmal ans Aufhören denke, kann man das Lächeln hinter ihrem vorschriftsmäßig angelegten Mund-Nasen-Schutz dennoch gut erkennen. „Ich habe zwei 52 und 55 Jahre alte Töchter. Die werden meinen Stand beide nicht übernehmen. Also mache ich so lange weiter, wie es mir noch gut geht“, betont die 76-jährige Marktbeschickerin.

Wäre schön, wenn das noch eine Weile so sein würde. Denn wo sollte man in Zukunft noch ein derart umfangreiches Angebot an Kurzwaren und kleinen nötigen Haushaltshelfern zu so moderaten Preisen auf einem einzigen Platz in Kamp-Lintfort finden?