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Kamp-Lintfort: "Kunst & Genuss" kehren in die Altstadt zurück.

Künstlermarkt in Kamp-Lintfort : „Kunst & Genuss“ kehren in die Altstadt zurück

Die Altstadthändler laden zur Kunstmeile am 31. Juli an der Moerser Straße. Die Stadt gab vor wenigen Tagen grünes Licht. Warum es für Angelika Sturmeit und Andreas Wiesner eine Planung mit der Reißleine ist.

Angelika Sturmeit und Andreas Wiesner wollen es wagen: Sie laden für den 31. Juli zur sechsten Ausgabe von „Kunst und Genuss“ in die Kamp-Lintforter Altstadt ein. 2020 war die Kunst- und Gastromeile wie viele andere Veranstaltungen in der Stadt der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. „Wir haben lange überlegt: Machen wir es oder machen wir es nicht. Die Lage ist zurzeit aber überschaubar“, sagt Andreas Wiesner, der seinerzeit zusammen mit Angelika Sturmeit das Konzept für die Veranstaltung entwickelt hatte. „Die Altstadt ist eine begrenzte Zone, die wir im Griff behalten können. Anders als das Stadtfest im September.“ Dieses Fest hatte die Werbegemeinschaft vor wenigen Tagen abgesagt, weil ein Event in dieser Größenordnung mit mehreren tausend Besuchern in einer Pandemie logistisch nicht realisierbar ist (RP berichtete). „Auch das finanzielle Risiko wäre zu groß gewesen“, erläutert Andreas Wiesner den Hintergrund im RP-Gespräch.

„Kunst & Genuss“ beschränke sich auf die Fußgängerzone der Moerser Straße, sie sei klein und übersichtlich. Vor wenigen Tagen gab die Stadtverwaltung grünes Licht für den Antrag der Aktionsgemeinschaft Altstadt. Dennoch planen Wiesner und Sturmeit die beliebte Kunstmeile mit einer Reißleine. „Je nachdem wie sich die Inzidenz-Zahlen in den kommenden anderthalb Wochen entwickeln, werden wir sie notfalls ziehen müssen – wenn nötig kurzfristig am Vortag.“ Das wissen auch die eingeladenen Künstler, Kunsthandwerker und Gastronomen. „Wir haben es mit ihnen im Vorfeld geklärt und sind auf großes Verständnis gestoßen. Wir haben Partner gefunden, die mit der Situation verantwortungsbewusst umzugehen wissen“, berichtet Angelika Sturmeit und weiß, dass viele der Künstler froh über diese Ausstellungsmöglichkeit sind, weil sie in den vergangenen anderthalb Jahren so gut wie keine Chance hatten, sich einem größeren Publikum zu präsentieren.“ Das ist auch Antrieb der Aktionsgemeinschaft Altstadt, die Wiesner und Sturmeit bilden: „Mit der Veranstaltung möchten wir auf unsere Zone hinweisen und zeigen: Wir sind noch da“, erläutern die Akteure, warum sie allen Mut zusammengenommen haben und die Veranstaltung organisieren. Trotz Corona sei die Geschäftssituation in der Altstand noch stabil. „Mit Kunst & Genuss möchten wir ein Zeichen setzen und in Grenzen ein bisschen Normalität bieten“, sagt Angelika Sturmeit. So werden deutlich weniger Stände aufgebaut, als es noch 2019 der Fall war. „Auf diese Weise können wir das Geschehen in der Fußgängerzone entzerren“, erläutert sie das Sicherheitskonzept. Erwartet werden 17 Kunsthandwerker, die Malerei, Schmuck, Stoffe und Florales zum Kauf anbieten wollen. Dazu kommen für den Genuss Biere von Geilings Bräu aus Saalhoff sowie Kaffeespezialitäten.

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Die Werbegemeinschaft öffnet einen Weinpavillon, und Bäcker und Brotsommelier Norbert Büsch will in seinem Ofen Brot backen. „Die Einnahmen möchte er für die Flutopfer spenden“, so Sturmeit. Auf mehr gastronomischen Genuss wollen die Organisatoren verzichten. Sie fürchten, dass die Besucher dort in zu großen Gruppen allzu lange stehen bleiben und verweilen könnten. Bis Ende Juli nehmen Andreas Wiesner und Angelika Sturmeit nun täglich die Zahlen in den Blick. Wiesner: „Dadurch, dass wir ein Zweier-Team bilden, können wir Entscheidungen schnell treffen.“