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Kamp-Lintfort: Kinder tüfteln im Lions-Forschergarten

Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort : Kinder tüfteln im Lions-Forschergarten

Der Lions-Club Kamp-Lintfort-Rheinberg richtet zur Landesgartenschau einen Forschergarten ein. Kooperationspartner ist das ZDI-Zentrum. Stützpunkt ist ein hellblauer Bauwagen. Dort finden Kinder die Materialien zum Kreativsein.

Kalli wartet schon am hellblau gestrichenen Bauwagen. Noch steht das Gefährt mit dem Erdmännchen-Logo auf dem Hof von Markus Ermen-Zielonka. Doch schon bald wird es der Mittelpunkt im Forschergarten auf der Landesgartenschau sein. Grundschüler und Kita-Kinder werden im Wagen alle Materialien vorfinden, die sie zum Experimentieren, Forschen und Entdecken benötigen. Möglich macht es die Kooperation des Lions-Clubs Kamp-Lintfort-Rheinberg mit dem ZDI-Zentrum der Hochschule Rhein-Waal.

Der Forschergarten ist ein Beitrag im Rahmen des „Grünen Klassenzimmers“, in dem die Landesgartenschau Kinder und Jugendliche für Natur, Umwelt, Technik, Mathematik, Biologie und Physik begeistern möchte. „Wir haben das Konzept für den Forschergarten mit Martin Kreymann (ZDI) und den Kita-Leitungen entwickeln, die sich im Haus der kleinen Forscher engagieren. Im Bauwagen können Kinder ohne Vorgaben und mit einfachsten Mitteln kreativ werden“, berichtet Jochen Eichenauer, Activity-Beauftragter des Lions-Clubs. Der Forschergarten entsteht gleich neben dem neuen Spielplatz an der Ringstraße auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern. Die Tiefbauarbeiten sind bereits abgeschlossen.

„Dort, wo der Bauwagen stehen wird, lassen wir Fallschutzmatten ausbreiten. Wir legen Pflanzbeete und einen Barfußpfad an“, betont Markus Ermen-Zielonka, Vizepräsident des Lions-Clubs. „Die sechs Pflanzkästen haben wir am Wochenende selbst aus Holz gebaut“, sagt er und freut sich darüber, dass der Forschergarten ein bisschen wie der aus der ZDF-Sendung „Löwenzahn“ wirken wird. Ein großes Sonnensegel soll im Sommer Schatten spenden. „Unser Club arbeitet immer ortsnah und orientiert sich an den Bedürfnissen von Kindern“, erläutert Jochen Eichenauer, warum sich der Lions-Club auf der Landesgartenschau engagiert. Ursprünglich habe man einen Mathe-Garten geplant, erzählt die Lions-Dame Renate Hirt. Doch die notwendigen Geräte seien zu aufwendig, der Nutzeffekt am Ende zu klein. „Ja, und so hat sich langsam die Idee eines Forschergartens entwickelt“, berichtet sie.

„Und mit dem Bauwagen sind wir flexibel aufgestellt. Nach der Gartenschau ist er anderweitig einsetzbar“, fügt Markus Ermen-Zielonka hinzu. Vier Themenbereiche deckt der Garten ab: Im Projekt „Alte Wissenschaftler – heute“ begeben sich die Kinder auf die Spuren von Archimedes, Leonardo Da Vinci, Otto Lilienthal, Johann Gutenberg und Goethe. Sie erfanden Dinge, die noch heute genutzt werden. Im Pflanzgarten experimentieren die Forscher mit Färber-, Duft- und Kräuterpflanzen. Es gibt einen kleinen Mathegarten, in dem die Kinder zum Beispiel die Hebelgesetze verstehen lernen. Ein weiterer Bereich ist die Bionik. Hier geht es um die Frage, was sich die Technik von der Natur abgucken kann und wie zum Beispiel der Lotus-Effekt funktioniert. Die Finanzierung des Forschergartens trägt der Lions-Club mit seinen 37 Mitgliedern. Die Kosten belaufen sich auf 20.000 Euro. Für August planen Renate Hirt und ihre Mitstreiter eine Fahrrad-Sternfahrt mit fünf befreundeten Lionsclubs zur Gartenschau. Sie ist als Sponsorenfahrt geplant. Der Lions-Club hat auch Erdmännchen-Figuren aus der Werkstatt von Rainer Bonk erworben und lässt sie von Schülern künstlerisch gestalten. Moderatorin Yvonne Willicks wird sie versteigern.