Kamp-Lintfort: Kinder spielen jetzt auf einer Biberburg

Spiel, Spaß und Bewegung in Kamp-Lintfort : Kinder spielen jetzt auf einer Biberburg

Der rundum erneuerte Spielplatz im Pappelseepark ist seit Montag eröffnet und lädt Kinder zum Klettern und Spielen ein. Die Stadt investierte rund 105.000 Euro in die fantasievolle Neugestaltung der 1200 Quadratmeter großen Fläche.

Dieser Biber heißt alle Kinder auf seiner Burg willkommen. Sie steht mitten im Pappelseepark und lädt zum Klettern und Entdecken ein. Gebaut ist sie aus 2000 laufenden Metern Robinienholz. Erbauer ist natürlich kein Biber, sondern Spielgerätebauer Mike Oberhäuser aus Kamp-Lintfort. Am Montag weihten Kindergartenkinder die Biberburg und den neu gestalteten Spielplatz ein.

Rund 105.000 Euro hat die Stadt Kamp-Lintfort in diese moderne Spieloase investiert. Hier ist nichts von der Stange. „Ich habe als Bürgermeister ja schon viele Spielplätze eröffnet“, betonte Christoph Landscheidt. „Aber so etwas habe ich noch nie gesehen. Ich bin davon überzeugt, dass sich die Mädchen und Jungen hier wohlfühlen werden.“ Die Biberburg im Pappelseepark ist das erste sichtbare Ergebnis des Spiel- und Bewegungsraumkonzepts, das die Stadt beim Planungsbüro DTP Landschaftsarchitekten 2018 in Auftrag gegeben hatte. Der Entwurf für den Spielsee mit Biberburg stammt von Martin Richardt, geschäftsführender Gesellschafter von DTP, höchspersönlich.

„Das Besondere an diesem Spielplatz ist, dass die Kinder bei der Gestaltung eingebunden wurden“, berichtete Jugenddezernent Christoph Müllmann. Bei der Eröffnung des Playparcs vor mehr als einem Jahr hatte die Stadtverwaltung die aufwendige Befragung gestartet. Auch für die Erstellung des Spielplatzkonzeptes für die gesamte Stadt fand eine große Befragung statt. Dabei kam heraus, dass Kinder und Eltern sich lieber größere zentrale Spielplätze wünschen als kleine mit nur wenigen Spielgeräten. Der Spielplatz im Pappelseepark war in die Jahre geraten. „Der Zustand war nicht mehr zu halten“, erläuterte der Jugenddezernent. „Viele Geräte waren defekt.“

Der Bau der Biberburg begann im Mai diesen Jahres. Die Ausschreibung gewann Mike Oberhäuser, der sich mit seiner Firma „Naturholzdesign am Niederrhein“ mit Sitz an der Alten Weseler Straße in Kamp-Lintfort als Erbauer von ungewöhnlichen Spielgeräten einen Namen gemacht hat. Fünf Monate Bauzeit nahm die erkletterbare Biberburg, vor der Biber-Figuren aus Naturholz stehen, in Anspruch. Zur Biberburg gesellen sich ein großer Kletterparcours, ein Schwanennest auf einer Insel sowie ein Holzsteg. „So etwas braucht natürlich viel Vorbereitung und Planung“, erläuterte Oberhäuser. Schließlich sei jedes Teil individuell gefertigt. Es handele sich um keine typischen Spielgeräte. „Das ist sehr aufwendig, denn die Spielplatznorm muss eingehalten werden.“ Verletzungsgefahr muss ausgeschlossen sein. Oberhäuser verwendet ausschließlich Robinienholz. „Es ist das haltbarste Holz, das wir in Europa haben. Wir karren kein Holz aus Übersee an.“

Der Spielplatz ist etwa 1200 Quadratmeter groß und soll als „Seenlandschaft“ die Fantasie der Kinder anregen. „Der Biber hat den See durch seine Burg gestaut“, beschreibt David Hucklenbroich, stellvertretender Leiter der Abteilung Grünflächen im Tiefbau- und Grünflächenamt, Idee und Konzept des Spielplatzes. Einige alte Geräte wie Schaukel, Wippe und Seilbahn wurden aufbereitet und erhielten einen neuen Anstrich. Sie bilden den „Schilfparcours“.

Den Kindern, die zur Eröffnung eingeladen waren, gefiel der neue Spielplatz. Sie hatten sie die Biberburg im Nu erkundet und erklettert.