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Kamp-Lintfort: Kinder entdecken Klänge und Geräusche

Musikfest in der Ebert-Grundschule in Kamp-Lintfort : Kinder entdecken Klänge und Geräusche

Drei Musikprofis präsentierten im Rahmen des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp den Kindern der Ebert-Schule handgemachte Musik auf drei klassischen Instrumenten und animierten sie dabei zum Mitmachen.

Die ungewöhnliche Musikstunde war eines der diesjährigen Projekte des Kinder- und Jugendmusikfestivals Kloster Kamp. Nach dem Motto „Musik und Tanz verbindet“, ermöglicht das Festival alljährlich zahlreichen jungen Leuten in Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Kamp-Lintfort, in diversen Theater- und Musikprojekten ihre tänzerischen und musikalischen Fähigkeiten zu entdecken und dabei kulturelle und persönliche Grenzen zu überwinden.

In diesem Fall waren rund 380 Schüler der Ebert-Grundschule von dem bekannten Cellisten und Gründer des Kamper Kammermusikfestivals Alexander Hülshoff, dem Pianisten Kai Schumacher und dem Moderator und Geiger Jörg Lengersdorf in zwei Gruppen zu einem jeweils einstündigen, fröhlichen Mitmachkonzert in ihre Turnhalle eingeladen. Die erste Gruppe erschien um neun Uhr und verteilte sich erst einmal lautstark auf die in der Halle in einem großen Halbkreis verteilten Stühle, Bänke und Matten. Nicht alle Schüler wussten zu diesem Zeitpunkt schon, was sie erwartete. Der sechsjährige Samie zuckte auf eine Frage heftig die Schultern. Seine Klassenkollegin Lea war besser informiert: „Wir machen Musik mit dem Körper“, erklärte sie. „Klatschen und so.“

Das stimmte, wie sich später zeigen sollte. Doch zunächst spielten Alexander Hülshoff und Kai Schumacher zur  allgemeinen Einstimmung ein kleines, flottes Musikstück. Sofort herrschte eine ganz ungewöhnliche Stille in der Halle. „Weiß jemand, wie dieses Instrument heißt?“, wollte Moderator Lengersdorf wissen und zeigte dabei auf  Alexander Hülshoffs Cello. „Eine Geige“, vermutete ein Stimme aus der Menge. „Ja fast richtig.“ „Eine Gitarre?“ „Nein, stimmt auch noch nicht.“ Ein Schüler wusste es schließlich. Bei Kai Schumachers elektronischem Klavier dauerte das Raten nicht ganz so lange, und Jörg Lengersdorfs Geige wurde sofort erkannt. Zwei verschieden große, auf zwei Holzstäben drapierte Blumentöpfe blieben dagegen bis zu dem Moment ungeklärt, bis Jörg Lengersdorf den kleinen Marian in ihre Funktion als Schlagzeug für den „Ding dang dong“-Refrain des Liedes „Bruder Jakob“ einweihte.  Alle anderen durften sich dazu rhythmisch auf die Schenkel klopfen oder mit den Füßen stampfen.

Neben all den Mitmachaktionen gab es immer wieder kleine, „nur“ von den drei Musikern gespielte Stücke, die von den Schülern jedes Mal mit lautem Beifall belohnt wurden. Für den sechsjährigen Samie aus der 1b war die ungewöhnliche Musikstunde am Ende „ganz schön. Nein richtig schön“, korrigierte er sich sofort. Dazu klopfte er sich zu dem zum Schluss von den drei Musikern intonierten Rhythmus von Queen’s „We will rock You“ wie alle anderen begeistert auf die Schenkel.